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Fellpflege. Von Hunden. Für Hunde.

Lizzy und ihre beiden Australian Shepherds Emmely und Hazel vom Aussieblog Indianermädchen und Wildfang waren unter den ersten Mitglieder der Community und so lieb uns zusammen mit ihrem Freund, dem Fotografen Erik Räven, und seiner Marnie ihr gesamtes Fachwissen zur Fellpflege auf dieser Seite zur Verfügung zu stellen. Wir bedanken uns herzlich für den tollen und informativen Text und die großartigen Bilder. Schaut unbedingt mal bei den Lieben auf ihrer Instagram-Seite und auf der Fotografie-Instagram-Seite von Erik vorbei. Und jetzt viel Spaß beim Informieren:

Zu unserem Rudel gehören die beiden Australian Shepherds Emmely und Hazel sowie Bearded Collie Marnie. Beide Rassen gehören zum gleichen Felltyp, nämlich zu den Langhaarhunden mit viel Unterwolle. Wobei es auch hier noch kleine Unterschiede gibt, aber dazu später mehr.

Das Fell unserer Mädels besteht aus zwei Arten von Haaren: Deckhaar und Unterwolle.

 

Fellpflege beim Hund Australian Shepherd 1

Fellpflege von Emmely:

Fellpflege beim Hund 2

Wie ihr anhand der Fotos erkennen könnt, wirkt ihr Fell recht kurz und hinten am Po und Schwanz sehr plüschig. Wer Emmely schon mal gestreichelt hat, hat bestimmt festgestellt, dass sie sich sehr, sehr weich anfühlt. Das liegt daran, dass sie recht wenig Deckhaar und im Vergleich dazu mehr Unterwolle hat.

Wenn es regnet oder ich sie dusche, dann ist sie in Sekundenschnelle nass bis auf die Haut, auch dauert einige Zeit, bis sie wieder richtig trocken ist.

Vorher / Nachher: Man sieht kaum einen Unterschied

Die Fellpflege ist dafür recht unkompliziert, da ihre Haare nicht verfilzen. Außerhalb des Fellwechsels kämme ich alle paar Wochen mal Schwanz und Po, sowie die Haare hinter den Ohren, dafür brauche ich insgesamt maximal  fünf Minuten, wenn ich mir Zeit lasse.

Im Fellwechsel hingegen bürste ich anfangs täglich, später alle zwei bis drei Tage für etwa fünfzehn Minuten (man könnte auch länger bürsten, aber einer von uns Beiden hat dann meistens keine Lust mehr..). Wenn es warm wird und der Sommer ansteht, verliert sie über Wochen Unmengen an Unterwolle und damit sie die schnell los wird und das tote Fell nicht juckt, unterstütze ich sie durchs Bürsten.

Für Emmely reichen eigentlich ein gewöhnlicher Kamm mit rotierenden Zinken und ein Unterwollharken (eigentlich benutze ich lieber einen mit zwei Reihen, aber den hat der Wildfang gefressen und im Handel hatten sie dann gerade nur diesen noch). Im Alltag benutze ich nur den Kamm, während des Fellwechsels sowohl Kamm und Harke. Bei Emmely lohnt es sich dann auch in beide Richtungen zu bürsten, also auch gegen den Strick um die Unterwolle gründlich zu entfernen. Zum Teil zupfe ich auch die lose Unterwolle einfach mit den Fingerspitzen raus, das habe ich mal bei meiner Bloggerkollegin und Hundefriseurin Franziska Knabenreich gelesen.

Fellpflege beim Hund 5

Emmelys Fell von Nahem betrachtet

Nach Herbstspaziergängen mit Pfützen und Matsche brauche ich eigentlich nur warten, bis das Fell wieder trocken ist, dabei fällt der Dreck in der Regel von alleine ab und verteilt sich schön in der Wohnung – alternativ reicht einmal mit warmen Wasser abduschen völlig aus.

Ich wasche Emmely dennoch ab und zu mit Hundeseife, weil sie zum Einen eine Vorliebe fürs Wälzen in ekligen und stinkenden Dingen hat, zum Anderen weil sie ja auch in meinem Bett schläft und sich, auch wenn es eigentlich gar nicht so aussieht, doch immer ein bisschen Schmutz im Fell befindet, wie die Färbung des Wasser bei einer  vermeintlich sauberen Emmely immer wieder beweist.

Fellpflege von Hazel:

Fellpflege beim Hund Aussie 6

Ihr Fell ist auch recht kurz – auch für einen Australian Shepherd. Im Gegensatz zu Emmely ist ihr Fell am Po und Schwanz sehr lang und glatt. Beim Streicheln wirkt ihr Fell härter und nicht so weich wie bei Emmely. Hazel hat nämlich deutlich mehr Deckhaar und dafür recht wenig Unterwolle, allerdings ist sie auch erst ein Jahr alt und daher ist ihr Fell noch nicht „fertig“.

Wenn Hazel in den Regen kommt oder duscht, dauert es ein wenig, bis sie wirklich bis auf die Haut nass ist, dafür ist sie mit einem Schütteln ganz schnell wieder fast trocken.

Vorher/Nachher: Hier ist der Unterschied besser zu sehen

Die Fellpflege bei ihr ist auf jeden Fall aufwendiger.  Das lange Haar an Po und Schwanz muss ich mehrmals in der Woche bürsten, da es schnell ungepflegt aussieht und sonst verfilzen würde. Das dauert, je nachdem wie brav Hazel stehen bleibt, etwa sieben Minuten mit der roten Bürste.

Bei ihrem ersten Fellwechsel zum Sommer hat sie mehr Deckhaar als Unterwolle verloren. Gebürstet habe ich sie während der Zeit nur alle paar Tage mit dem Kamm und grünen Bürste, die eigentlich der dem Lieblingszweibeiner beziehungsweise Marnie gehört. Der Unterwollharken eignet sich bei Hazel überhaupt nicht.

Fellpflege beim Hund 9

Wie auch bei Emmely fällt der Dreck aus ihrem Fell nach dem Trocknen einfach ab, allerdings bleiben beim Spaziergang schneller mal kleine Ästchen oder ähnliches drin hängen. Und wenn das Häufchen mal nicht ganz fest ist, bleibt ein Teil davon auch im Fell hängen, was sich nur mit einer Dusche wieder säubern lässt.

Von Zeit zu Zeit wandert aber auch Hazel einfach so in die Badewanne, damit der Alltagsschmutz entfernt wird. Nach dem Trocken muss ich sie übrigens anschließend immer nochmal am Po und Schwanz bürsten.

Fellpflege beim Hund die richtigen Bürsten10

Unsere Bürsten

Fellpflege von Marnie:

Fellpflege beim Hund 11

Marnie gebürstet bei einer Ausstellung

Liest man sich im Rasselexikon des VDH die Beschreibung zum Fellkleid des Bearded Collies durch, wird einem eines schnell klar: Es ist kompliziert.

Das damit aber auch noch nicht alles gesagt ist, wird einem dann spätestens klar, wenn man mit einem Züchter spricht. Oder am besten noch mit zwei verschiedenen. Denn dabei, wie genau das Fell jetzt beschaffen sein sollte, gibt es verschiedene Meinungen.

Bei einem Punkt sind sich aber eigentlich alle einig: Die Fellpflege ist wichtig. Und benötigt Zeit.

Aber fangen wir einmal vorne an. Und das bedeutet beim Welpen.

Da die Fellpflege bei  Bearded Collies wichtig ist, nicht nur aus „optischen“ bzw.  kosmetischen Gründen (unter verfilztem Fell kann die Haut nicht atmen und es können Ekzeme entstehen), sollte man auch Welpen schon früh daran gewöhnen, dass die Bürste und das Bürsten nichts Böses ist.

Davon abgesehen ist die Fellpflege bei Welpen aber „nichts Besonderes“, schließlich kommen auch Beardies nicht mit langem, fertigen Fell zur Welt.

Hat sich das Fell aber einmal entwickelt, gibt es so einiges zu beachten. Wichtig hierbei ist aber: Auch bei Beardies gibt es Unterschiede. Die einen haben mehr Unterwolle, die anderen härteres Deckhaar und wieder andere haben „welliges“ Haar.

Alle haben aber eins gemeinsam: Sie haaren nicht. Okay, ein paar Haare findet man schon in der Wohnung. Ein Vergleich zu Hunden mit kurzem Haar/Fellwechsel lässt sich aber nicht ziehen. Vergleichen kann man es eher mit den Haaren die auch jeder Mensch so am Tag verliert.

Fellpflege beim Hund 12

Marnie ungebürstet

Wo fängt die Fellpflege denn eigentlich an?

Streng genommen bei  jedem Spaziergang. Sofern man bzw. Hund sich nicht nur auf dem Gehweg bewegt, kommt es schnell dazu, dass es sich kleine Blätter, Stöcke, Samen und was sonst noch so rumliegt, im Fell gemütlich machen.

Zwischendurch sollte man also immer mal schauen, dass sich nicht zu viel verfängt. Besonders natürlich, wenn es „größere“ Zweige sind. Marnie bleibt dann auch gerne mal stehen und wartet darauf, dass ihr jemand das Anhängsel entfernt. Entfernen heißt übrigens nicht einfach rupfen, denn dabei reißt man ja auch Haare aus. Und das hat niemand so wirklich gerne. Die Haare werden also möglichst vorsichtig von solchen Anhängseln entfernt. Dass das ein oder andere Haar mit abgeht lässt sich in der Regel jedoch nicht vermeiden.

In ihrer Jugend hatte Marnie leider einen sehr unstabilen Magen, wodurch es leider sehr regelmäßig zu Durchfall gekommen ist. Unterwegs lässt sich da natürlich nicht viel gegen machen. Das ist dann aber auch einer der Fälle, in denen Marnie geduscht wird.

Fellpflege beim Hund 13

Auf der Seite liegend wird vorsichtig gebürstet

Nach einem normalen Spaziergang, ohne Schlamm und Durchfall, wird einmal das Fell kontrolliert, nicht das die kleinen Äste und Blätter es mit nach Hause schaffen. Denn da fallen sie dann irgendwann von alleine aus und landen dann im Bett.

Theoretisch ist es möglich, auch nach einem schlammigen und matschigen Spaziergang den Hund selbst „trocknen“ zu lassen. Wenn man aber einmal gesehen hat, wie viel Sand und Schmutz da so aus dem Fell fallen kann, greift man dann doch lieber zum Duschkopf. Außer, ihr wolltet schon immer einen Sandkasten in der Wohnung haben. Einen großen. Mit sehr viel Sand.

Beim Duschen gucke ich allerdings immer, dass ich nur das dusche, was auch saubergemacht werden muss. Die Pfoten, den Popo oder den Bauch. In den seltensten Fällen wird Marnie auch am Rücken nass. Denn im Gegensatz zu Emmely wälzt sich Marnie eher selten.

Zum einen beanspruche ich sonst die eigene „Schutzschicht“ des Fells unnötig, zum anderen dauert das Trocknen dann länger. Bis Marnie wieder komplett trocken ist kann einiges an Zeit vergehen.

Beim Duschen benutze ich auch nur reines Wasser, mehr benötigt es eigentlich nicht.

Beim Abtrocken gilt es dann schon das Nächste zu beachten: Das Fell wird vorsichtig mit einem Handtuch „abgetupft“ bzw. leicht „ausgedrückt“. Beim „reiben“ oder „rubbeln“ bricht das Fell sonst recht leicht, das wollen wir ja nicht.

Kommen wir also endlich zur „eigentlichen“ Fellpflege, dem Bürsten. Generell bürste ich Marnie fast täglich. Wobei “Bürsten“ nicht gleich „Bürsten“ ist. Mit einer „normalen“ Drahtbürste bzw. einer Bürste mit Nylonstiften und Borsten (zb. Mason Pearson) wird Marnie „übergebürstet“. Das kann man sich so vorstellen wie das tägliche Kämmen/Bürsten der eignen Haare.

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Die Pfoten im Vergleich: die Linke ist bereits gebürstet

Das benötigt nicht viel Zeit, führt aber dazu das das Fell deutlich ordentlich aussieht und auch gepflegter ist. Da Marnie, wie eigentlich alle Beardies die ich kenne, eine Spange im Haar hat, wird ihre „Frisur“ mehrmals täglich nach Bedarf gerichtet. Das dauert aber höchstens ein paar Sekunden und ist irgendwann ein „Routinehandgriff“.

Wofür ist das aber wichtig? Da die Haare am Nasenrücken bzw. um die Augen herum relativ kurz sind, fallen sie leicht „in die Augen“. Tatsächlich hat es also nicht „nur“ den Grund, dass Marnie besser sehen kann (und man ihre Augen besser sehen kann), es geht auch darum das sich die Augen nicht so leicht entzünden.

Je nachdem wie das Fell beschaffen ist, wie oft Filz produziert (gekuschelt) wird, und in welcher Wachstumsphase sich der Beardie grade befindet, sollte alle 1-2 Wochen dann gründlich gebürstet werden.

Bei Marnie reicht es, mit dem Überbürsten, in der Regel alle 2 Wochen gründlich zu bürsten. Das dauert dann aber auch gerne 2 Stunden. Manchmal etwas weniger (90 Minuten), manchmal aber auch 3-4 Stunden. Das hängt auch davon ab, was man so nebenbei macht und wie spannend der Film ist 😉

Gebürstet wird übrigens immer im Liegen auf der Seite. Also Marnie, nicht ich. Dabei ist Marnie sehr entspannt, meistens schläft sie dabei auch einfach ein bisschen. Natürlich gibt es aber auch Hunde die das nicht so sehr mögen, die meisten Beardies sind da aber in irgendeiner Art und Weise entspannt.

Bei langhaarigen Hunden neigen einige Bereiche dazu, schneller Filz anzusetzen. Dazu gehören die Bereiche am Bauch, zwischen den Beinen, hinter den Ohren und unter dem Kinn, dem Fang. Grade am Bauch sollte besonders vorsichtig gebürstet werden, da hier das Fell sehr dünn ist und es besonders leicht ziept.

Aufgrund des vielen Fells bürste ich Marnie „in Lagen“. Der obere Teil des Fells wird erst einmal zur Seite genommen, sodass ich nach und nach die einzelnen Schichten bürste. Mit einem Wassersprüher kann man das Fell noch leicht anfeuchten, dann lässt es sich leichter bürsten. Nass sein sollte es allerdings nicht. Dann hat es eine andere Struktur. Das macht nicht nur das Bürsten schwieriger, es schadet auch dem Fell.

Fellpflege beim Hund Bearded Collie Bürste 15

Hierfür habe ich eine extra Bürste, eine grüne „ActiVet“ Bürste. Die benutze ich für filzige Stellen, da sie extra dafür da ist, den Filz zu entfernen. Komme ich zu etwas Filz, ziehe ich diesen ganz vorsichtig ein Stück auseinander. Damit sorge ich dafür, dass der Filz nicht „als Ganzes“ rausgerissen wird und noch angewachsene Haare mitreißt.

Die grüne Bürste (bei ActiVet stehen die Farben für verschiedene Anwendungsbereiche) benutze ich entgegen der Empfehlung des Herstellers. Die empfohlene Bürste reißt meines Erachtens aber zu viel Unterwolle mit raus, genau das möchte ich ja aber nicht.

Genauso benutze ich auch nur selten einen Kamm. Der kommt zum Beispiel zum Einsatz um am Ende einen Scheitel zu machen, aber auch hinter den Ohren oder im Bart. Ansonsten ist auch dieser „zu grob“. Ist die eine Seite fertig, darf sich Marnie auf die andere Seite zum Schlafen legen, und das Spiel geht von vorne los.

Nicht vergessen sollte man übrigens die Pfoten. Denn auch zwischen den Zehen wachsen Haare. Das hat den Vorteil, dass es sich sehr sanft anfühlt, wenn Marnie über einen drüber läuft, wenn man im Bett liegt, verfilzt läuft es sich aber nicht gut. Und natürlich zieht es beim Spaziergang auch Schmutz an.

Ist die zweite Seite erledigt, wird sich einmal geschüttelt, die Frisur gemacht und schnell übergebürstet und dann war es das auch schon.

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Auch hier sieht man einen deutlichen Unterschied

Zumindest fast. Denn auch die Ernährung spielt eine wichtige Rolle. Bei jedem Hund kann das Fell ein Indiz für den Gesundheitszustand sein. Grade, wenn das Fell aber so viel Pflege benötigt, kann es sinnvoll sein, für eine gute Fellstruktur zu sorgen. Wichtig hierbei ist eigentlich nur eine ausgewogene Ernährung mit den benötigten Mineralien und Ölen. Das hilft dabei das Fell im gewünschten Zustand zu halten und erleichtert das Pflegen.

Und wo wir grade beim Essen sind: Durch das lange Fell sollte der Bart nach jeder (feuchten) Mahlzeit kurz gesäubert werden. Ansonsten verklebt er nämlich gerne und schnell.

Vom Scheren bei Rassen, die eine vergleichbare Fellstruktur wie Emmely, Hazel oder Marnie haben halten wir übrigens – außer aus gesundheitlichen Gründen – nichts. Gar nichts.

Wie bereits ausführlich beschrieben, dienen die beiden Haartypen dem Schutz, welcher nach einer Schur nicht mehr in der Form vorhanden ist. Wenn man sich einen Hund anschafft, sollte man sich nicht nur über den Charakter und die Anforderung bezüglich der Auslastung informieren, sondern auch über den Zeitaufwand bei der Fellpflege.

Und wenn man nicht bereit ist, diese Zeit zu investieren gibt es auch andere Hunderassen, deren Fell für eine Schur geeignet ist beziehungsweise wo die Fellpflege weniger Zeit in Anspruch nimmt.

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