Der Mops aus der Nachbarschaft.

Unsere Nachbarn.
Wir hier im Westen würden wohl salopp sagen: „Na, das sind halt die von Drüben.“
Das wäre aber zum einen diskriminierend und zum anderen wissen wir es ja besser. So ist das eben unter den Bundesländern. Gerne schimpft man uns auch Schwaben oder Odenwäldler, dabei stammen wir aus der schönen Kurzpfalz.

Also legen wir einmal alle Klischees und Vorurteile beiseite und sagen: Es sind Menschen, die einen Hund halten, damit man einen Hund hat.

So ist es zumindest mal meine persönliche Meinung.

Diese begründe ich wie folgt:
Am Anfang kam der Mops. Es war noch halbwegs warm. Der Hund war im Hof. Er blieb im Hof. Später stellte sich raus, dass die arme Schwarznase zu Anfang Flöhe hatte. Somit war das ganze gerechtfertigt.

Der Mops sieht in allem einen Feind.

Kathy hat er zwischendurch aus dem Garten verbannt, der direkt an den Hof des Nachbarn grenzt. Mich hat es harte Arbeit gekostet, dass sie wieder nach unten ging. Inzwischen nimmt sie in einfach nicht mehr ernst. Meist lässt sie sich auch nicht vom Ankläffen eines Traktors, Fahrradfahrers, Fußgängers, Autos, Mücke, Hund, Luftzug oder der Erdrotation aus der Ruhe bringen. Sie wirft, sofern sie draußen ist, einen abfälligen Blick nach drüben und gut.

Wie man sieht, dem Hund wir die Welt gezeigt. Er ist inzwischen bestimmt knapp zwei Jahre in der Nachbarschaft und trotzdem ist alles Böse. Er hängt in der Flexileine. Der morgendliche Gassigang geht durch’s Wohngebiet bzw. zum ca. 500 Meter entfernten Kindergarten und wieder nachhause. Manchmal steht man auch – mit dem Mops – auf der Straße und unterhält sich mit vorbeifahrenden Autos.
Ich möchte gar nicht daran denken, wie es sein muss, einen Mops aus dem Reifenprofil zu kratzen. Als Tiermensch kann ich sowas gar nicht unterstützen.

Manchmal, da sind ja Menschen schwer beschäftigt. Da kommt es dann vor, dass der Hund mal alleine sein muss. Beispielsweise, wenn die Menschen auf einer Hochzeit sind. Da seilt sich dann der vorbildliche und liebevolle Hundebesitzer ab, fährt nach Hause, leint den Hund an und geht über die Straße auf die Grünfläche. Dort verweilt er dann etwa 5 Minuten und tritt dann den Rückweg an um sich mit den Nachbarn – uns, die gerade entspannt auf der Terrasse sitzen und lesen – zu unterhalten. Hätte er uns mal lieber beauftragt den Hund auszuführen, statt unsere wohlverdiente Mittagsruhe zu stören.

Was macht der Hund also als aktives Mitglied dieser Familie? Er hält alle fern, oder versucht es zumindest. Passt brav auf Haus und Hof auf. Gelegentlich missbraucht er auch den steinigen Vorgarten als Hundetoilette, was man ihm ja nicht mal verübeln kann.

Wie ihr lest, ist das Leben mit einem Mops in der Nachbarschaft gar nicht so einfach. Wobei ja der Mops gar nicht das Problem. Es sind die Nachbarn.

Irgendwann hab ich mir dann mal einen Spaß daraus gemacht, als die Herrchen nicht da waren. Wuff bellt. Ich rufe. Er kommt, ist ruhig. Lob. Man hat der sich gefreut. Das Ganze ein paar Mal gemacht. Hund war happy und ruhig.
Das hielt natürlich nicht lange, weil es ja nur ein sekundärer Zustand war.

Also beobachtete ich.
Das ganze gestaltet meist wie folgt, wenn das Möpschen Laute von sich gibt:

  • Mops, hierher!
  •  Mops, sei ruhig!
  • Mops, rein!
  • Mops, hast du nicht gehört?!

Das Beste ist die kleine Tochter: Mops, denk doch an die Nachbarn!

Und, wem fällt es auf?
Was fehlt?

Genau. Der Hund bekommt NULL Bestätigung, Lob, positive Bestärkung oder sonst was.
Persönlich bin ich kein Fan von Möpsen. Nicht weil sie mir nicht gefallen, sondern weil es mir unbeschreiblich weh tut, wenn ich einen kleinen Vierbeine angesprungen HÖRE. Schnauf, röchel. Aber selbst ein Mops hat so ein Leben NICHT verdient.

Vielen Dank, wenn ihr bis hier her durchgehalten habt.

In tiefer Trauer….
gez. Y&K

 

PS: Das mit dem jemandem folgen hab ich immer noch nicht raus…. *grummel*

 




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