Wie gewöhne ich meinen (ängstlichen) Hund ohne Druck an die Box?

Hallo liebe Hundefreunde,

lange habe ich mich vor der Box gedrückt, weil sie für mich sehr negativ gespickt war. Ich dachte, dass man den Hund dort nur einsperrt, damit man seine Ruhe hat oder kein Bock auf Training hatte.
Dann habe ich die Ausbildung zur Hundetrainerin gemacht und natürlich kam das Thema „Boxentraining“ auf. Dort habe ich den eigentlichen Sinn dahinter verstanden  und bin seither sehr begeistert.

Lana ist eine sehr ängstliche und schüchterne Hündin, die bei Trubel kaum bis gar nicht zur Ruhe kommt. In der Schule (zum Hundetrainer) musste sie natürlich bei den Theorieeinheiten warten und entspannen, was ihr nicht wirklich gelang. Aus diesem Grund habe ich dann die Box eingeführt. Seitdem konnte sie während meiner Theorieeinheiten viel besser zur Ruhe kommen und ist teilweise sogar eingeschlafen, weil sie wirklich entspannen konnte.

Eins möchte ich euch aber noch ans Herz legen: Wenn ihr euch eine Box kauft, nehmt bitte euren Hund mit. Ihr könnt vor Ort ausprobieren, ob diese Box für euren Hund geeignet ist. Ich habe schon oft gesehen, dass Hunde in viel zu kleinen Boxen sitzen.
Wichtig ist, dass der Hund aufrecht stehen und sich drehen kann.
Ich habe für meine Beiden eine faltbare Hundebox gekauft wie diese HIER*. Da ich meine Hunde kenne und sie oft gemeinsam im Körbchen liegen, habe ich die Box in Größe L gekauft. Beim Kauf hatte ich beide dabei und konnte somit sicherstellen, dass sie groß genug für Beide ist.

Ich möchte euch nun zeigen, wie ich Lana, das Angsthäschen, an eine Box gewöhnen konnte.

 

Schritt 1: Box in die Wohnung stellen

Als ich die Box gekauft habe, habe ich sie direkt ins Wohnzimmer neben ihr Liegekissen aufgestellt.
Lana war anfangs 27368895_539697786388477_994828056447877600_onatürlich sehr skeptisch und konnte die Box nicht ohne Panik passieren. Deshalb ist es wichtig, dass man die Box einfach nur aufstellt und ihr  erst einmal keine Beachtung mehr schenkt. Also so tun als ob die Box zum Inventar gehört wie z.B. ein neuer Schrank.

Cooper fand die Box von Anfang an super und hat sich direkt hinein gelegt *lach*
Mit ihm habe ich das Training auch gemacht, aber um einiges schneller.

 

 

Schritt 2: Box attraktiv machen

Ich habe die Box 2 Tage völlig ignoriert. Am 3. Tag begann das Training, weil Lana mittlerweile ohne Panik an der Box vorbeigehen konnte. Die Zeitspanne ist bei jedem Hund unterschiedlich. Wenn dein Hund ebenfalls sehr ängstlich sein sollte, beobachte ihn genau und beginne wirklich erst mit dem Training, wenn dein Hund ohne Panik an der Box vorbeilaufen kann.
Das Training habe ich damit begonnen, dass ich mich mit Super-Leckerchen (bei uns ist das Fleischwurst. Wichtig: sie müssen intensiv riechen und dein Hund muss es lieben!) auf dem Boden gesetzt und die Leckerchen vor die Box geworfen habe – mal näher an die Box, mal weniger nah. Wichtig: Mache bitte kleine Schritte, wenn du einen ängstlichen Hund haben solltest!
Wenn dein Hund nach ein paar Tagen bereits entspannter beim Training ist und der Box bereits sehr nah gekommen ist, kannst du beginnen die Leckerchen in die Box zu werfen. Bitte auch hier kleine Schritte machen. Anfangs nur am Eingang, später dann weiter in die Box.
Wichtig: Lobe deinen Hund ausgiebig!

 

 

 

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Schritt 3: Die Beziehung zur Box festigen

Wenn Schritt 2 super klappt und dein Hund für kurze Zeit bereits in der Box bleibt – sprich sein Leckerchen holt und dort frisst – kannst du mit dem nächsten Schritt beginnen.
An dieser Trainingsstelle habe ich den Futterplatz von Lana in die Box verlegt. Sie bekam nur noch in der Box ihr Fressen und ihre Kauartikel. Wenn dein Hund an dieser Trainingsstelle ist, habt ihr bereits einen super Job gemacht. Mache dir deinen Trainingserfolg bitte jetzt nicht kaputt indem du dann die Box schließt! Damit musst du noch ein bisschen warten.
Anfangs war Lana noch sehr aufgeregt. Sie hat recht schnell gefressen und ist dann aus der Box gehechtet. Ich musste anfangs auch immer vor der Box sitzen um ihr die Sicherheit zu geben. Dies änderte sich aber von Tag zu Tag. Sie merkte, dass ihr nichts passierte und ich vergrößerte meinen den Abstand zur ihr.
Auch hier ist Loben sehr wichtig!

 

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Schritt 4: Tür schließen

Du kannst deinen nächsten Schritt machen, wenn dein Hund längere Zeit in der offenen Box liegen kann, z.B. wenn er ein Schweineohr kaut und nicht ständig aufspringt.
Wir haben eine Box an der man die Tür mit einem Reißverschluss öffnen und schließen kann. Deshalb habe ich es so begonnen, dass ich mich vor die Box setze und die Tür nur zur Hälfte schließe. So konnte Lana mich noch sehen und bekam keine Panik. Gleichzeitig habe ich die ganze Zeit mit ihr gesprochen und sie gelobt. Als die Tür zur Hälfte geschlossen war, habe ich sie direkt wieder geöffnet und Lana mit einem Leckerchen belohnt. Diesen Schritt mehrfach wiederholen. Wenn das dann gut klappt, kann man die Tür ein wenig mehr schließen. Die Zeitspanne kann auf Dauer langsam verlängert werden.
Wichtig ist, dass man seinen Hund gut beobachtet, damit man seinen Trainingserfolg und vorallem sein Vertrauen nicht zunichte macht.

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Die Box habe ich übrigens mit einem dicken Kissen und ihrer Decke aufgepimpt, seitdem liegt Lana regelmäßig in der Box und entspannt. Es war ein weiter Weg in kleinen Schritten, aber es hat sich gelohnt. Nun kann ich Lana auch mit zu Veranstaltungen nehmen und kann ihr durch die Box die Sicherheit geben, die sie braucht. Es gibt nämlich noch eine weitere Regel:

Wenn der Hund in der Box liegt: Anfassen verboten!
Ruhezone!

 

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Jetzt möchte ich aber noch wissen, ob ihr auch eine Box eingeführt habt und wieso?
Habt ihr vielleicht auch einen Angsthund? Wenn ja, wie habt ihr eurem Angsthäschen die Box schmackhaft gemacht??
Ich freue mich über euer Feedback!

Eure Tatii & die Hundehelden




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