Von Tutnixen und Besserwissern

Wer kennt es nicht: Man möchte in Ruhe mit seinen Hunden die Natur genießen, das Grundgehorsam trainieren, oder arbeitet gerade daran, dass Mr. Oder Ms. Hund die Angst vor der eigenen Art verliert …. UND DANN… ja da kommt er schon angeprescht: „Der tut niiiix!“ oder „der will nur spieleeeen!“ – Wenn man Glück hat, hat das eigene Pfötchengetier keine Angst, beherrscht das Abrufkommando und „Der tut niiiix!“ tut wirklich nix und man kann schnell ableinen. Aber was, wenn doch?!

Immer und immer wieder begegnet man leider solchen „Tutnixen“, wobei die „Tutnixe“ ja nicht mal die Herausforderung am alltäglichen Gassigang sind, sondern die „Ahnungslosen“ oder „Besserwisser“ am anderen Ende der Leine. – Ähm … Welche Leine?

Nun erstmal meine Geschichte:

Eine von zu vielen dieser Art. Neulich war ich mit meiner 5-jährigen Hündin Holly im Feld spazieren, als ich auf einem seitlich zulaufenden Feldweg eine Dame mit ihren zwei Hunden laufen sah. Ohne Leine. Auf ihr Smartphone glotzend. – Ja, die Nase löste sich keine Sekunde von dem Ding um mal nach ihren FREILAUFENDEN Hunden zu sehen. Spätestens jetzt ist Dir doch klar, was gleich passiert, oder? – Genau. Beide Hunde kommen auf uns zugerast. Ich rief noch unbeachtet „Rufen Sie bitte Ihre Hunde“. Zu spät. Um ein weiteres traumatisches Erlebnis meiner Mini-Hündin zu verhindern, nahm ich sie schnell auf den Arm. – Waren wir ja gerade dabei ihre schreckliche Angst vor anderen Hunden in den Griff zu bekommen und ihr beizubringen, dass nicht alle Hunde sie umrennen möchten. Die „Tutnixe“ waren währenddessen schon dabei mich zu bespringen um irgendwie an meine Holly zu kommen, welche auf meinem Arm schon einen halben Herzinfarkt erlitt. Erst da bequemte sich die Dame mal zu reagieren. Aber alles was kam war natürlich „Die Tun nix!“ Klasse! Die tun nix. Nix, außer mich seit einer gefühlten Ewigkeit anzuspringen um mir irgendwie meine Hündin vom Arm zu reißen? So hingen sie auch noch eine weitere Ewigkeit an meinen Fersen, bis die Dame sie wieder bei sich hatte, weil den Hunden der Spaß an uns verging. Das war aber nicht alles. etwa 10m weiter setzte ich meine Angsthündin wieder auf die Erde, die sich inzwischen auch wieder beruhigt hatte. Kaum war sie unten… Ja dreimal darfst du raten…. Da kamen die beiden auch wieder in vollem Tempo auf uns zu. – Gleiches Spiel. Diesmal fing der größere von beiden jedoch an sich in meiner Jacke zu verbeißen. Ich wusste mir wirklich nicht anders zu helfen, als diesen Hund mit meinen Beinen abzuwehren. ERST DANN kam auf einmal die dazugehörige Dame an und meinte mich noch lauthals beschimpfen zu müssen. – Sie drohte MIR sogar mit der Polizei. An dieser Stelle trennten sich endlich unsere Wege.

Wie kann das sein?

Wie kann es sein, dass ein Hundehalter so verantwortungslos handelt?
Wie kann es sein, dass ein Hundehalter die eigenen Hunde zu einer wildfremden Person laufen lässt?
Wie kann es sein, dass ein Hundehalter sich dabei keine Gedanken darüber macht, dass die wildfremde Person (gerade in der heutigen Zeit) eventuell Giftköder in der Tasche hat? – Wenn ihm schon das Wohl des Gegenübers egal ist.
Wie kann es sein, dass ein anderer Hundehalter sich in einigen Gegenden Gedanken machen muss, wie er sich und seine Hunde im Notfall verteidigen kann, bevor er das Haus zum alltäglichen Gassigang verlässt?

Wunschbegegnung

Wie sieht für euch eine nette Hundebegegnung aus?
Ich freue mich immer wieder, wenn ich selten mal solche Begegnungen habe.

Erst vor zwei Tagen war ich mit dem Aussiekind ländlich gassi, als mir zwei Damen mit ihren Beagles entgegen kamen.
Die Damen haben bemerkt, dass ich mir alle Mühe geben musste Aussiekinds Aufmerksamkeit bei mir zu halten, machten extra einen großen Bogen und ließen uns dabei noch das Kompliment „Ist die süß“ zukommen. –Danke, dass es euch freundliche, verantwortungs- und verständnisvolle Hundehalter noch gibt!

Ich freue mich wirklich, wenn ich solche Hundeleute treffe. Und wenn ich denke es passt zwischen den Hunden, lasse ich sie auch gerne mal mit anderen spielen.

Ich bin keine Tierquälerin und gehöre auch nicht zur „Taschenhundhalter-Fraktion“, nur weil ich meine Mini-Hündin hoch nehme, wenn uns unkontrollierte Rambos entgegen kommen. Meine Hündin hat Angst vor solchen wilden Begegnungen und ist dann über alle Berge, weil sie von vielen Hunden nicht ernst genommen wird.
Und sie wünscht einfach selten Kontakt zu fremden Hunden. – Sie hat aber trotzdem Hundefreunde. Hundefreunde, die gut sozialisiert sind und auch meinen Zwerg ernst nehmen. – Und nur zur Info: Ihr bester Freund ist ein 70cm großer Deutscher Schäferhund.

Es zwingt doch auch keiner einen Menschen alle ihm Entgegenkommenden zu umarmen, oder? Warum soll ich dann meine Hündin dazu zwingen?

Wie verhält man sich?

Mich würde mal interessieren, wie DU dich in solchen Situationen verhältst.

Von ignorieren bis Pfefferspray benutzen habe ich schon einiges gehört, oder gelesen. – Ich denke DAS ultimative Rezept gibt es nicht.
Ich persönlich handele immer situationsabhängig. Und ja, vielleicht auch etwas tagesformabhängig.
Dabei versuche ich aber immer, dem anderen Hundehalter klar zu machen, dass einige Hunde einfach keinen Kontakt wünschen und ich es auch nicht gerne habe über den Haufen gerannt zu werden. – In der scheinbar vergeblichen Hoffnung irgendeiner der Tutnix-Halter würde dies irgendwann vielleicht einmal verstehen….

Liebe Grüße
Frauchen und Heartsonpaws




Hunde Plattform miDoggy





4 Comments
  1. Christin und Klaus 2 Jahren ago

    Oh ja, ich kann sich so gut verstehen. Wir waren gestern auch spazieren und mein Bodegueromix war an der Schleppleine, einfach weil er “schwer” hört. Von weiten habe ich schon einen großen Hund gesehen. Klaus hab ich rangepfiffen und versucht einen Bogen zu gehen, je näher wir kamen. Das Frauchen des anderen Hundes tat absolut nichts der gleichen. Der Hund entpuppte sich als 5 Monate alten Schweizer Sennenhund. Also gefühlt Pony groß. Ich hab ihr zugerufen, ihren Hund bitte anzuleinen. “Der tut nix, der will nur spielen. Ist ja nich ein Baby”, rief sie mir zu. “Meiner will aber nicht spielen!!, bitte Leinen Sie ihren Hund an”. Freundlich aber bestimmt. Ende vom Lied, ich musste einen Riesen Bogen gehen um eine Auseinandersetzung zu vermeiden. Ich war in dem Moment stink sauer. Hab mich noch “bedankt” für ihr Verständnis.

    Unmöglich finde ich ja, das sich bei dir der Hund in die Jacke verbissen hat und die Reaktion der Halterin. In den Fall vlt wirklich mal über Hundeabwehrspray nachdenken. So leid es mir für die Tiere allerdings tut.
    Wenn man dem Halter versucht klar zumachen das ein Kontakt nicht gewünscht ist, fühlen sich viele auf den Schlips getreten.
    Also ich Versuch immer erst die nette Art und wenn gar nichts mehr geht, dann wird der Ton auch mal rauer. Man muss sich schließlich nicht alles gefallen lassen.
    Viele Grüße
    Christin und Klaus

    • Author

      Da sagst du was … teilweise weiß ich wirklich nicht mehr, ob ich lachen, oder weinen soll.
      Im Moment habe ich, wenn ich allein mit den Hunden gehe auch mein Pfefferspray in der Jacke, da ich meine Hunde aufgrund eines operierten Schlüsselbeinbruchs nicht verteidigen kann. Aber nicht mal das interessiert die besagten Tutnix-Halter. ‍♀️

  2. Anni 2 Jahren ago

    Oh ja… wir kennen das leider auch zu gut. Wenn die sich dann aber immer noch im Recht fühlen, wird es richtig spannend. Wir hatten eine Zeit lang regelmäßig mir den gleichen Hunden das Vergnügen. Eigentlich waren es 3. 2 davon sind aber immer los gerannt. Alle Versuche vom Besitzer waren erfolglos. Die beiden Hunden (die kleiner waren als mein Labbi) kamen kläffend auf meinen 4-beinigen Freund zugerannt. Ich muss dazu sagen, dass Bruno ein Junghund ist. Gott sei Dank ein ziemlich selbstbewusster. Bruno war immer an der Leine (ich nehme ich sofort an die Leine wenn ich andere sehr) bei jeder Begegnung sprangen die Tiere aufgeregt kläffen auf ihn zu und auf ihn drauf. Da wusste selbst mein kleiner Kerl nicht was ihm Geschah. Ganz ungefährlich fand ich das alles nicht, da die Besitzerin bei uns im Ort bekannt ist (negativ) da ihre Hunde schon öfter abgehauen sind und auch andere Hunde schon gebissen haben… Ich hab meinen Bruno animiert weiter zu laufen und hab die anderen Hunden dann angeschrien und rumgefuchtelt, damit sie abhauen. Hat zum Glück geklappt. Die letzte Begegnung ist eine Weile her. Da war die Besitzerin so weit weg, dass ich sie nicht ansprechen konnte. Ist wohl besser so. Da es zu der Zeit im Wechsel geregnet hat wie aus Eimern und gehagelt, hab ich nicht gewartet und die Besitzerin angefangen. Hatte aber vor zu ihr zu fahren und sie zur Rede zu stellen. Hatte zufällig vorher jedoch noch ein Gespräch mit unserer Tierärztin, welcher diese Person auch bekannt war… sie meinte reden bringt nichts, absolut uneinsichtig und für einen ihrer 3 Hunde hätte sie bereits Leinenpflicht, ich soll sie melden. Das hab ich am nächsten Tag auch getan. Beim Ordnungsamt angerufen, die wollten den Sachverhalt schriftlich. Habe ich sofort erledigt. Ebenfalls hab ich Namen genannt die schlechte Erfahrungen gemacht haben mit dieser Person. Passiert ist bisher nichts, bzw ist mir nichts bekannt. In letzter Zeit sehr ich sie jedoch nur noch mit einem Hund.
    Ansonsten muss ich sagen gibt es häufig Begegnungen mir den gleichen Hunden und Besitzern, welche aber alle rücksichtsvoll bei uns sind und sich auch aus dem Weg gehen, wenn die Hunde nicht so gut verträglich sind.

    Im Urlaub hatte ich jedoch auch mal die Erfahrung, dass überall stand, dass LEINENPFLICHT besteht und sogar mit einer großen Summe Bußgeld gedroht wurde… und dennoch liefen viele Hunde frei. Die Besitzer lächelten dann nur, als ihre frei laufenden Hunde an meinem angeleinten Hund schnupperten. Ich finde das unverantwortlich. Genauso kann es sein, dass mein Hund krank ist, Angst hat, in Ausbildung ist oder beißt!? Was wäre, wenn mein Hund plötzlich dem anderen Schaden zufügt. Wer ist dann Schuld? Solche Leute denken nur an sich und gehen nur von ihren Hunden aus… so etwas regt mich auch tierisch auf… Aber das wird es wohl leider immer und immer wieder geben :-/
    Und in den meisten Fällen herrscht absolute Uneinsichtigkeit. Ich denke Rekationen sind situationsbedingt. Aber versuchen die Hunde zu vertreiben ist erstmal eine Möglichkeit. Sich den Besitzer greifen bringt meist nur böse Worte :-/

    • Author

      Die Situation mit den kranken Hunden hatte ich jetzt auch.
      Die kleine Junomaus, also mein Aussiekind hatte Giardien.
      Denkst du 20 mal lauthals brüllen, dass meine Hunde ansteckend sind hätte was gebracht?
      Stattdessen durfte ich mir dann noch sagen lassen “was haben Sie hier mit ansteckenden Hunden zu suchen?”. Unglaublich

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