Unser erstes Mal…

Hundemantel selbst nähen Windhund

… und das in vielerlei Hinsicht – der erste Blogbeitrag von uns hier bei miDoggy und überhaupt sind wir auf dem Gebiet absolute Neulinge (bitte seid gnädig, wir sind sonst nur auf Instagram zu sehen), ebenso wie es das erste Mal für mich als Alistairs Frauchen war, dass ich einen Mantel für die kleine Frostnase genäht habe. Wir wohnen in einer im Winter ziemlich kalten und schneereichen Gegend. Na ja, Ausnahmen bestätigen die Regel, der letzte Winter war auch hier viel zu warm. Alistair ist bis jetzt immer in einem Pullover von Sofa Dog Wear durch den Winter gekommen, doch nach unserem Umzug in die Stadt fiel mir auf, dass er sehr schnell in dem Pullover friert, wenn er an der Leine geht. Ohne Leine hat er kein Problem, dann kann er sich frei bewegen und damit sich auch warm laufen. Also habe ich mich nach meinen Prüfungen ans Werk gemacht und angefangen einen Mantel zu nähen, wie verrate ich in diesem Beitrag.

Als erstes musste ich mir geeignetes Material beschaffen, das fand ich bei Dawanda bzw. Amazon im Shop von Aktivstoffe. Hier hatte ich schwarzen Softshell und Walkloden bestellt. Das weiße Volumenflies hatte ich noch zu Hause von meinem vorangegangenen Projekt “Patchworkdecke”. Außerdem habe ich mir Industrienähgarn in schwarz gleich mitbestellt, wobei die Farbe des Garns zweitrangig war, da ich alle Nähte auf links (also im Inneren des Mantels versteckt) genäht habe.

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Das Material für den Mantel. (v. li. Softshell, Volumenflies und Garn, Walkloden)

Noch bevor das Stoffpaket versendet war, fing ich an mir Gedanken um Schablonen zu machen. Ich habe zuerst Alistair von der Nasen- bis zur Schwanzspitze vermessen und mir überlegt, welche Form der Mantel bekommen soll. Die wichtigen Maße für mich waren dabei die Rückenlänge, der Hals- und Kopfumfang, die Breite der Brust und die Länge der unteren Linie (Brust). Bei Rüden muss man aufpassen, dass noch genug Platz zum pieseln beleibt. Ich habe mich für eine geschwungene Form entschieden, das Rückenteil macht außerdem zur Rute hin einen Bogen nach unten. Das ist aber nichts für Hunde, die ihre Rute gerne “oben” tragen, denn diese Form schränkt sie dabei ein. Bei den Windhunden ist es aber ja normal, dass sie ihre Rute immer unten tragen (und nein, sie haben deswegen keine Angst ;)). Außerdem wollte ich einen Bauchlatz, der den eher spärlich behaarten Bauch meines Schmusebären an besonders kalten Tagen noch zusätzlich wärmt, aber an etwas wärmeren Tagen abgenommen werden kann. Die Schablonen, die dabei entstanden sind, habe ich aus dicker Pappe ausgeschnitten mit jeweils etwas Nahtzugabe, in etwa 2cm. Als dann der Stoff endlich da war, brauchte ich nur noch die Schablonen auflegen und auf den Stoff die Umrisse nachzeichnen. Das habe ich bei Softshell, Volumenflies und Walkloden gemacht. Die Teile ausschneiden und dann geht es auch schon weiter.

Ein Seitenteil des Mantels.

Ein Seitenteil des Mantels.

Ich habe also im Detail folgende Einzelteile zugeschnitten:

  • zwei Seitenteile links und rechts (aus Softshell, Flies und Walkloden)
  • einen Rückenstreifen zum Verbinden der Seitenteile (aus Softshell, Flies und Walkloden)
  • einen Kragen (aus Softshell und Walkloden)
  • einen Verschlussgurt (aus Softshell und Walkloden)
  • und einen Bauchlatz (aus Softshell, Flies und Walkloden).

Die Zuschnitte aus Flies und Walkloden habe ich zuerst aneinandergeheftet, um diese später mit der Nähmaschine aneinander zu nähen.

Die beiden Seitenteile und der Bauchlatz.

Die beiden Seitenteile und der Bauchlatz.

 

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Endlich kann genäht werden.

Nachdem ich den Walkloden mit dem Flies verbunden hatte, folgte das Zusammenfügen aller Einzelteile zum Innenfutter des Mantels. Das Resultat konnte schon erahnen lassen, wie der Mantel später ungefähr aussehen wird:

Der schwarze Walkloden wird später an Alistairs Körper sein, das Volumenflies als "Thermoschicht" zwischen Walkloden und Softshell.

Der schwarze Walkloden wird später an Alistairs Körper sein, das Volumenflies als “Thermoschicht” zwischen Walkloden und Softshell. Die Naht oben am Rücken verschwindet später im Inneren des Mantels.

Als nächstes habe ich mich den einzelnen Softshell Zuschnitten gewidmet und diese ebenfalls zusammengenäht, wie vorher den mit Flies gefütterten Walkloden.

Hier sieht man auch gut, wie die beiden Seitenteile über den Rückenstreifen verbunden werden. Abstecken, zusammennähen, fertig. Achtung: Die Naht muss auf links erfolgen, also so, dass sie später im Inneren des Mantels versteckt ist. Dazu immer darauf achten, dass der Stoff mit der richtigen Seite zu euch zeigt.

Hier sieht man auch gut, wie die beiden Seitenteile über den Rückenstreifen verbunden werden. Abstecken, zusammennähen, fertig. Achtung: Die Naht muss auf links erfolgen, also so, dass sie später im Inneren des Mantels versteckt ist. Dazu immer darauf achten, dass der Stoff mit der richtigen Seite zu euch zeigt.

Als ich damit fertig war, folgte eine kurze Zwangspause, weil ich auf die Druckknöpfe, mit denen ich später den Bauchlatz abnehmbar gestalten wollte, warten musste. Ich habe Druckknöpfe der Firma Prym für Outdoor und Camping gewählt (in der Hoffnung, dass sie der Zugkraft standhalten, wenn ein Whippet sprintet). Außerdem kam zusätzlich noch ein Stück Klettband, für den Verschlussgurt.

Druckknöpfe inklusive Werkzeug zum Anbringen (kein Nähen nötig) und das Klettband.

Druckknöpfe inklusive Werkzeug zum Anbringen (kein Nähen nötig) und das Klettband.

Und jetzt kommt der etwas kniffligere Teil, hierzu habe ich den Mantel mehrfach Alistair anprobieren müssen, um herauszufinden, wo die Knöpfe für den Bauchlatz angebracht werden müssen. Praktisch ist es hier, wenn man zu zweit ist, aber man schafft es mit etwas Friemelei auch allein!

Hier habe ich den Bauclatz mit einer Nadel an der Stelle am Mantel angeheftet, an der er später sitzen soll. Punkte für die Knöpfe markieren und dann den Hammer schwingen. Mein Freund hat mich gefragt, ob ich spät abends noch Schnitzel mache *lach*

Hier habe ich den Bauclatz mit einer Nadel an der Stelle am Mantel angeheftet, an der er später sitzen soll. Punkte für die Knöpfe markieren und dann den Hammer schwingen. Mein Freund hat mich gefragt, ob ich spät abends noch Schnitzel mache *lach*

 

Eine super Aufgabe zum Abreagieren hihi

Nach ein paar Minuten sind die Druckknöpfe an Ort und Stelle.

Und wenn man die Druckknöpfe angebracht hat, sieht das Resultat wie folgt aus. Ich habe die Druckknöpfe ebenfalls so angebracht, dass man sie von außen nicht sieht. Das ist aber Geschmackssache, ich denke die silbernen Knöpfe sehen außen auf dem schwarzen Softshell durchaus dekorativ aus.

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Hier ist außerdem auch schon die Softshellschicht an den Walkloden angeheftet und der Kragen angenäht. Der Softshell liegt jetzt noch “innen”. Grund hierfür ist wieder, dass ich die Nähte später unsichtbar haben möchte.

Wenn man den Walkloden mit dem Flies und den Softshell aneinandergeheftet hat (zu Orientierung die beiden Teile mit den “schönen” Seiten aufeinander legen, so näht man wieder auf links und die Nähte sind dann nicht mehr sichtbar), kann man sich wieder an die Nähmaschine setzen. Ich habe mich außerdem dazu entschieden auch den Verschlussgurt hier schon mit anzunähen. Wichtig ist aber – den Mantel nicht komplett zuzunähen! Ihr müsst unbedingt ein Loch zum Wenden lassen, so dass der Mantel dann endlich “richtig” aussieht.

Hier sieht man hinten an der Rute noch die Wendeöffnung.

Hier sieht man hinten an der Rute noch die Wendeöffnung.

Und die gute Nachricht ist, wenn man das geschafft hat, ist man so gut wie fertig. 😉 Die Öffnung zum Wenden und den Kragen habe ich mit dem Matratzenstich verschlossen, das müsst ihr leider mit der Hand machen, aber das lässt sich sehr gut mit dem gemeinsamen Kuscheln auf der Couch verbinden. Wer nicht weiß, wie der Stich zum Verschließen geht, schaut einfach mal auf youtube, dort gibt es Videos, die den Stich super erklären. Der finale Schritt ist das Anbringen des Klettbandes an den Verschlussgurt und an den Mantel. Am besten ist es auch hier wieder die Nähmaschine einzusetzen, ich habe es mit der Hand probiert und – aua – das ging so schwer, meine Finger haben förmlich aufgeatmet, als ich damit fertig war.

Und das ist das Resultat, Alistairs erster selbstgenähter Mantel!

Und das ist das Resultat, Alistairs erster selbstgenähter Mantel!

 

Ich bin richtig stolz, auch wenn er nicht perfekt ist, aber mir gefällt er richtig gut!

Ich bin richtig stolz, auch wenn er nicht perfekt ist, aber mir gefällt er richtig gut!

 

Der Bauchlatz sitzt auch :)

Der Bauchlatz sitzt auch 🙂

 

Und der Kragen hält den Hals kuschlig warm.

Und der Kragen hält den Hals kuschlig warm.

 

Alles in allem habe ich lediglich drei bis vier Tage benötigt und mit einer Tasse Tee ist so ein Mantel eine schöne Winter-Abend-Beschäftigung. Den ersten Härtetest hat der Mantel auch schon bestanden, als wir uns mit Labrador Oskar getroffen haben wurde damit fleißig geflitzt und gerauft. Alles tippi toppi! Ich hoffe, euch gefällt die Anleitung und wenn es irgendwo Probleme beim Nachnähen gibt, stehen wir gerne mit Rat und Tat zur Seite. Viel Spaß beim Ausprobieren!

 

Linda & Alistair




Hunde Plattform miDoggy





5 Comments
  1. miDoggy Lola 4 Jahren ago

    Oh wow, was für ein wunderhübscher Mantel 😀 und ein verdammt guter Blogbeitrag obendrauf…genial…wir sind total begeistert 😀 😀 😀

  2. juliet&gertraud 2 Jahren ago

    Super toll gemacht. Wüsste gern wie Du den Scnitt aufgestellt hast. Bei Windhunden ist ja auch die Abdeckung der Vorder-und Hinterbeine wichtig. Ich habe auch einen Whippet-faszinierende Hunde. Einmal whippet immer Whippet. Ich nähe seine Hundemäntel auch selbst-ähnlicher Schnitt wie Deiner. Aber eventuelle ideen sind immer interessant.

  3. Yvonne 2 Jahren ago

    Wow, der ist super vom Schnitt geworden, ich suche genau so ein SM da ich es einfach nicht gleichmäßig mit dem Zeichnen und schneiden hin bekomme 😀 Meine Maus hat Athrose in einem vorderen Ellenbogen und da hätte ich gern einen Mantel der drüber geht, die meisten sind ausgeschnitten :/ Sie ist so gern am Stall und das geht hier nur noch mit Mantel… Meine Maus ist übrigens ein Dalmi aber es könnte figurlich durchaus etwas windiges in ihr stecken sagte mir mal eine Schneiderin für Windhundmode 😀 LG Tolles Teil

  4. Karin Bröckelmann 10 Monaten ago

    Bin dabei, Mäntel für die Galgohilfe und Russlandhilfe zu nähen. Von der Galgohilfe habe ich ein SM bekommen. Könnte ich von Euch SM in unterchiedlichen Größen bekommen? Sie sollten Bauchgurt und Kragen besitzen. Habe Polarfleece gekauft. Sollte ich den auch doppelt nehmen? Übrigens, das mir vorliegende SM hat keinen angesetzten Kragen, sondern wird in einem Stück mit Decke zugeschnttten. Ob das sitzt?
    Liebe Grüße
    Liza

 

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