Über Hunde und Kinder

Wenn ich so durch die Tierverkaufsgruppen beim Facebook schaue, dann fallen mir besonders jene Anzeigen auf, die ihren Hund aufgrund eines Babys abgeben wollen. Dieser ist laut Besitzern nur noch gestresst, kommt zu kurz oder kann das Kind absolut nicht ausstehen. Aber muss man es unbedingt zu solchen Problemen kommen lassen oder kann man dem vorbeugen?

Auch wir stehen nun vor der Aufgabe unsere Hunde auf ein Neugeborenes vorzubereiten. Ich und mein Freund Tom wohnen ja zusammen mit Shira und seinem Dobermann Anubis (alias Nubi) in einer gemeinsamen Wohnung und somit ist ein Kontakt zwischen Hund und Kind unvermeidbar. Aber das soll es auch gar nicht sein. Viel schöner ist es doch, wenn alle ein gutes Verhältnis zueinander haben und ein entspanntes Zusammenleben weiterhin möglich ist. Dafür haben wir einige Tipps und Tricks zusammen gesammelt, die die Weichen genau dafür stellen sollen.

1 – Schnuppern lassen
Schon während wir das Kinderzimmer für unsere Tochter hergerichtet haben, durften Nubi und Titi schon einmal alles begutachten und beschnuppern. Das ging bei der Wickelkommode und dem Kinderbett los und zog sich dann durch zu Spielzeug und Kleidung. So konnten sie sich schon einmal einen Eindruck von alledem verschaffen. Wenn das Baby dann geboren wurde geht es weiter. Du kannst zum Beispiel deinem Partner schon während du noch im Krankenhaus bist einen Strampler oder ähnliches mitgeben, was die Hunde dann vorab schon mal inspizieren dürfen. Sie lernen dadurch den Geruch des Kindes kennen und sind nicht vollkommen aus dem Häuschen, wenn du ihnen dann den Zwerg vor die Nase setzt.

Zuhause angekommen gehen wir dann einen Schritt weiter. Bei ruhiger Umgebung setzen wir uns mit Kind und Hunden zusammen hin und geben ihnen die Möglichkeit vorsichtig an dem Neuankömmling zu schnuppern. Wichtig ist hierbei die Körperhaltung und das Verhalten der Vierbeiner zu beobachten. Sind sie angespannt oder nervös? Knurren sie vielleicht sogar oder zeigen Angst? Dann brichst du das Ganze ab und schickst den Hund zunächst wieder auf seinen Platz, damit er sich beruhigen kann. Nun warte einige Minuten und dann kannst du einen neuen Versuch starten. Klappt das Schnuppern gut, das Tier ist entspannt und freundlich kannst du ihm zur Bestärkung noch Leckerlie geben und loben. So sollte der Hund schnell bemerken, dass ein ruhiger und ordentlicher Umgang mit dem Kind sich durchaus lohnt und erstrebenswert ist.

2 – Aufmerksamkeit für beide Seiten

Sicherlich ist ein Baby erst einmal eine große Umstellung und gerade beim Ersten ist man noch etwas unsicher und steckt alle Energie und Aufmerksamkeit in das Kindchen. Doch den Hund urplötzlich links liegen zu lassen und ihm kaum noch Beachtung zu schenken, sorgt womöglich für Eifersucht und Unverständnis. Aber das ist ja auch verständlich. Stell dir vor, du bist über lange Zeit der Mittelpunkt für einen Menschen, den du über alles liebst (denn das tun unsere Hunde). Ihr verbringt viel Zeit zusammen, du wirst bekuschelt und bespielt nach Herzenslust und auf einmal kommt so ein kleines Bündel daher und du bist von heute auf morgen abgeschrieben. Wie würdest du dich fühlen?

Darum ist es wichtig deinem Vierbeiner ebenfalls deine Aufmerksamkeit zu schenken und ihm nach wie vor das Gefühl zu geben, dass du ihn sehr lieb hast und er noch immer wichtig für dich ist. So vermeidest du eine Art Konkurrenzkampf und Eifersucht, die später zu Problemen führen würde. Behalte also auch bestimmte Rituale bei, die ihr eingeführt habt. Sei es nun die abendliche Gassirunde mit Ballspielen oder die tägliche Stunde ausgiebiges Schmusen. Dadurch hat dein Hund weiterhin seine Aufgabe und merkt, er wird gebraucht, statt sich überflüssig zu fühlen.

3 – Klare Regeln aufstellen

Das gilt hierbei aber nicht nur für den Hund sondern auch für das Kind. So solltest du also schon direkt von Anfang an klar machen, dass Fifi am Kinderbett nichts zu suchen hat, weil es das „Revier“ des Kindes ist. Andersrum sollte aber auch das Kind gleich beigebracht bekommen, dass es beispielsweise am Futternapf oder Körbchen nichts verloren hat. Dieses klare Abgrenzen der sensiblen Bereiche beugt schon einigen Konflikten vor. Des weiteren muss das liebe Hundchen verstehen, dass das Kind über ihm in der Rangordnung steht. Das bedeutet wird der Hund dem Kind gegenüber irgendwie aufdringlich oder versucht es zu dominieren muss sofort und deutlich eingegriffen werden, damit sich hier keine ungewollten Gewohnheiten einschleichen. Klare Regeln, konsequent durchgesetzt, bilden eine gute Grundlage für ein friedliches Zusammenleben.

4 – Gewöhnen an Situationen

Das Schreien von Babys oder auch später der Lärm beim Spielen, sowie das etwas ruppige Anfassen sind Dinge, an die man seinen Vierbeiner gewöhnen muss. Zunächst bedeutet das natürlich Stress, denn er kennt das nicht. Sprich ihm gut zu, beruhige ihn und mach ihm verständlich, dass daran nichts Schlimmes ist. Natürlich sollte das Kind nicht wie wild auf ihn einschlagen oder ihm an den Ohren ziehen. Hier ist es Aufgabe der Eltern so ein Verhalten von Anfang an zu unterbinden. Aber ein versehentliches Anrempeln beispielsweise kann man auf diese Weise so trainieren und die Fellnase wird sicherer und ruhiger in solchen Situationen.

5 – Immer unter Aufsicht

Egal wie gut die Vorbereitung aber auch ist, da es sich um ein Tier handelt, kann man nie mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, wie es auf bestimmte Dinge reagiert. Deshalb solltest du Hund und Kind, bis zu einem gewissen Alter, immer nur unter Aufsicht zusammen lassen. Gerade Babys und Kleinkinder machen doch manchmal Sachen, die für den Hund unerwartet kommen oder ihm sogar weh tun und schon kann es sein, dass er zubeißt. Um Unfälle zu vermeiden ist das also die aller wichtigste Regel.




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