Trennungsangst, Kontrollverlust oder doch nur Langeweile?

Manchmal können es uns die lieben Vierbeiner aber auch ganz schön schwer machen. Oder ist es eher umgekehrt? Zumindest ist es für viele Hundehalter keine unbekannte Erfahrung, wenn die Nachbarn sich über dauerhaftes Jaulen beschweren oder die Inneneinrichtung bei der Heimkehr aussieht, als wäre ein Tornado durch das Haus gefegt. Aber was für ein Problem hat das werte Hundetier denn nur? Trennungsangst? Kontrollverlust? Oder doch einfach nur Langeweile?

Um wirklich effektiv trainieren zu können, müssen wir uns erst einmal klar machen, worum es sich gerade handelt. Denn wenn dein Hund beispielsweise denkt, du kommst ohne ihn nicht klar, dann ist es ihm so ziemlich schnuppe, ob du ihm verständlich machst, dass du wieder kommst. Er denkt ja trotzdem, dass dein Ausflug ins Grüne in einer absoluten Katastrophe endet. Also was ist was und was können wir dagegen tun?

Trennungsangst

Wie der Name schon verrät hat dein Hund hier wirklich große Angst vor dem Alleinsein. Ohne dich an seiner Seite fühlt er sich unsicher, hilflos, ist gestresst und kommt einfach nicht zur Ruhe. Statt sich also gemütlich auf die faule Haut zu legen und zu warten bis Herrchen oder Frauchen mit ein paar Leckereien nach Hause kommt, sitzen Hunde mit Trennungsangst oft stundenlang vor der Tür und heulen sich die Seele aus dem Leib. Dabei machen sie eher seltener etwas kaputt, sondern konzentrieren voll und ganz auf ihre Trauer um ihren verlorenen Menschen. Man findet dann unter anderem auch Kratzspuren an der Tür oder den Wänden, die vom verzweifelten Versuch herrühren dir zu folgen. Dieses Verhalten beginnt meistens schon kurz nach dem Verlassen der Wohnung.

Hier ist das Training eine ziemlich langwierige Angelegenheit und kann teilweise bis zu einem Jahr dauern. Dein Hund muss ganz langsam lernen, dass du immer wieder zu ihm zurückkommst und ihm währenddessen auch nichts passiert. Weise ihm zunächst mal einen festen Liegeplatz zu. Das sollte ein Ort sein, an dem sich der Vierbeiner sicher und geborgen fühlt, also einen Rückzugsort, der nur für ihn bestimmt ist. Dann beginnst du ihm das Alleinbleiben beizubringen. Zunächst darf dir deine Fellnase nicht mehr überall hinterher laufen. Er soll lernen, dass er auch mal alleine in einem Raum bleiben muss. Anfangs nur ein paar Sekunden, dann arbeitest du dich auf Minuten hoch und kannst, je nachdem wie gut dein Hund das Training annimmt, die Abstände immer mehr vergrößern. Hat er begriffen, dass es überhaupt nicht schlimm ist, wenn du nicht im Raum bist, kannst du damit beginnen die Wohnung zu verlassen. Auch hier anfangs nur kurz und dann immer länger. Mach dabei aber keine große Abschiedsszene, wenn du ihn alleinlässt. Immerhin soll er ja denken, es ist das Normalste der Welt und vollkommen uninteressant.

Kontrollverlust

Beim Kontrollverlust ist das Ganze ein wenig anders. Fifi glaubt nicht, dass die Welt untergeht nur weil du ihn alleine lässt. Er ist eher beleidigt, dass du die Frechheit besitzt ihn nicht mitzunehmen, wo du doch so dringend auf seine Entscheidungen angewiesen bist. Hier entwickelt sich dann ein gewisser Frust und was wir vielleicht mit einer Tafel Schokolade kompensieren, lässt der liebe Hund dann eben an den Sofakissen aus. Frei nach dem Motto: „Du bist selber Schuld!“ Oft beginnen Hunde, die unter Kontrollverlust leiden, auch gar nicht sofort mit dem Zerstören, sondern erst nach einiger Zeit. Eben wenn die Frustration zu groß wird.

Die Arbeit gegen dieses Verhalten erfordert eine Strukturveränderung in seinem sozialen Umfeld oder auch seinem Rudel. Beansprucht dein Hund wichtige Plätze in der Wohnung, wie den Flur oder das Sofa, als seinen Liegeplatz, gilt es ihm diese erst einmal abzuknöpfen. Somit hat er schon nicht mehr alles im Blick und lernt „loszulassen“. Außerdem musst du wieder das Kommando übernehmen, sodass Fifi versteht, dass du der Chef bist und die Entscheidungen sehr gut alleine treffen kannst. Das erreichst du, indem du klare Regeln aufstellst und diese auch konsequent durchziehst. Gib deinem Hund Anweisungen, statt immer nur auf sein Verhalten zu reagieren. Das kannst du unter anderem schon durch Beschäftigung trainieren. Wenn wir mit den Hunden unterwegs sind, dann laufen sie in den Wiesen meistx ohne Leine. Da wird dann das Abrufen geübt oder Grundkommandos wie Sitz, Platz, Bleib und Aus. Auch in der Wohnung gelten bei uns Regeln. So haben die Hunde einen festen Platz, auf dem sie liegen können. Alles andere gibt es nur nach Aufforderung und man soll es kaum glauben, es funktioniert super.

Langeweile

Manchmal sind unsere lieben Hunde aber auch einfach nur gelangweilt. Wenn sie nicht ausreichend beschäftigt und ausgelastet werden, weil ihr Besitzer voll die Couch-Potato ist, dann können das gerade sehr aktive Hunde nur schwer ertragen. Nehmen wir mal als Beispiel mein kleines Border Monster. Bei all ihrer Energie würde sie vollkommen durchdrehen, wenn sie sich nicht auspowern könnte. Da würde vermutlich auch das ein oder andere zerpflückt werden. Deshalb ist es, mal so ganz nebenbei bemerkt, ziemlich wichtig sich vorher zu überlegen, welche Rasse(n) zu den eigenen Eigenschaften passt.

Dieses Problem zu beheben ist im aber Vergleich zu den anderen beiden relativ einfach. Relativ, weil es für manchen eben wirklich einiges an Überwindung kostet. Ein ordentlich ausgelasteter Hund wird aber eher wenig Interesse daran zeigen aus Langeweile den Schuhschrank anzufressen, was ja durchaus erstrebenswert ist. Gute Möglichkeiten sind zum Beispiel Apportierspiele, Agility, Mantrailing, Schnüffelspiele, Intelligenzspielzeuge oder auch einfaches Wandern. Wichtig ist nur ein gewisses Gleichgewicht zwischen körperlicher und geistiger Auslastung zu schaffen. Hier gibt es aber unzählige Varianten, sodass für jeden etwas Passendes dabei ist und man sowohl drinnen, als auch draußen genug Möglichkeiten schaffen kann sein geliebtes Tierchen zu bespaßen.

Manchmal hilft aber alles nichts und so wirklich vorwärts kommt man alleine nicht. In so einem Fall solltest du dir unbedingt einen guten Hundetrainer suchen, der mit euch gemeinsam daran arbeitet, bevor alles noch schlimmer wird. Vergiss nicht, es ist keine Schande sich helfen zu lassen.




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