Seelenhunde- gibt es sie wirklich?

Ich war 10 Monate alt, als mir in mein Bettchen ein Bobtail Welpe gelegt wurde. Sie war mein Ein und Alles. Stella Maris. Zwei unterschiedliche Augen. Mehr Fell auf dem Körper als Körper selbst. Wir haben jeden Tag zusammen verbracht, als ich mit ca 10 auf eine Ferienfreizeit geschickt wurde, konnte ich jede Nacht nur weinen, weil ich meinen Hund vermisst habe. Niemanden sonst- nur meinen Hund. Trotzdem habe ich sie nicht immer toll behandelt. Ich war manchmal gemein zu ihr, weil sie morgens auf der Gassirunde getrödelt hat oder ich einfach schlechte Laune hatte und sie war immer da. Aber auch dann war sie auf meiner Seite und hat mich versucht zu trösten. Selbst dann.

Sie hat einmal in ihrem Leben gebissen. Aber nur um mich zu schützen. Sonst war nie ein Funke Aggressivität in ihr. Stella war sanftmütig, hat es geliebt über den Deich zu flitzen und konnte den ganzen Tag neben mir sitzen. Sie war immer da.

Wir haben nie wirklich gespielt, diese ganzen Sachen haben sie nie interessiert. Es hat ihr einfach gereicht, wenn wir spazieren waren, manchmal ist sie dann auch mal über ein Seil gesprungen oder so, aber ich glaube das war dann eher mal ein Durchblitzen des will-to-please. Aber ich habe ihr alles erzählt und mir hat es auch als Kind nie was ausgemacht, dass ich jeden Tag mit ihr bei jedem Wetter nach draußen musste. Es war Teil meines Lebens und sie selber schenkte mir alles von ihr, das war mir schon damals klar. Daher genoss ich auch meine Zeit mit ihr.

Leider kam auch die Zeit des Abschiedes. Stella konnte nicht mehr laufen. Wir haben in einem Haus mit vielen Treppen gewohnt und sie ist diese oft hoch und runter gewetzt. Ich kann es nicht belegen, aber ich glaube, dass ihr das auch die Hüfte zerschossen hat. Zwei Tage lang hat sie sich nicht bewegen können und nur in ihrem Korb gelegen. Ich habe alle meine Zeit bei ihr verbracht und sie gepflegt. So wie sie mich immer begleitet hat. Der Tierarzt kam und ich habe mich verabschiedet. Bis heute habe ich nie wieder so einen Schmerz verspürt und ich habe viel durch.

Ich war 13, 12 Jahre war für einen Bobtail schon ein stolzes Alter. Ein halbes Jahr später bin ich von Zuhause ausgerissen, denn ohne sie war es für mich da nicht auszuhalten. Ich habe leider kein einziges Photo von ihr, aber ihren Blick habe ich eingespeichert. Sie war das Beste in meinem Leben zu der schwierigsten Zeit meines Lebens. Also ja, es gibt sie. Die Hunde, die Teile deiner Seele sind, weil du auch Teil ihrer Seele bist. Die dein Leben mit dir teilen, weil du und auch sie wissen, dass ihr alles füreinander seid. Ihr könnt euch verstehen ohne zu reden, denn dafür bedarf es doch in Wirklichkeit keine Worte.

Über 15 Jahre habe ich es nicht geschafft, wieder einen Hund so in mein Herz zu schließen. Ich hatte Pflegehunde und dann kam Muffin, ein verrückter Labrador, der mein Herz berührte. Doch sie wurde mir geklaut und wieder brach mein Herz. Monatelang hatte ich Albträume und wachte von meinem Weinen auf. Also holte ich mir Lela. Den wütendsten Welpen, den ich je in meinem Leben kennenlernte. Aber sie heilte mich. Und ich gebe ihr alles was ich kann- weil ich nur so versuchen kann ihr zu danken, was sie für mich tut. Ich bin mir sicher, dass Stella sie geschickt hat. Damit jemand auf mich aufpasst, so wie sie es immer getan hat.




miDoggy



Hunde Plattform miDoggy


1 Comment
  1. Abby 3 Wochen ago

    Ohje, ich hab gerade Tränchen in den Augen <3
    Ist das schön!!

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

©2017 miDoggy All rights reserved.

or

Log in with your credentials

or    

Forgot your details?

or

Create Account