Jedem seine Sprache

ch wünschte, alle wären wie er. Höflich und rücksichtsvoll. Unser Leben wäre so viel einfacher. Und ich wünschte, seine Halterin würde sich ein Beispiel an ihm nehmen.

Der Golden Retriever kommt ohne Leine auf uns zu. Kalle erstarrt für den Bruchteil einer Sekunde und sieht ihn direkt an. Der andere wendet den Blick ab und wedelt beschwichtigend. Kalle, der seinen Standpunkt hinreichend klar gemacht hat, schaut nun ebenfalls zur Seite und setzt zu einem höflichen Bogen an. (Hauptsächlich, weil ich neben ihm stehe und wiederum ihn fest anblicke. Auf sich gestellt, würde er lieber noch einen draufsetzen. Rein vorsichtshalber.) Der Retriever schnüffelt eifrig am Wegrand auf der uns abgewandten Seite und gibt uns so Gelegenheit, ungestört zu passieren. Perfekt. Bis sein Frauchen anfängt zu schimpfen. Weil wir einen Bogen laufen. Ihr Hund sei lieb. Wir müssten zu ihm gehen. Weil meine es sonst nie lernen.

Da fragt man sich doch, was „es“ eigentlich genau ist. Und warum meine Hunde „es“ lernen müssen. Und wie man es schafft, so gar nichts von der Kommunikation zu bemerken, die bei einer Hundebegegnung abläuft.

Es war ein Paradebeispiel für gelungene hündische Kommunikation. Für Kalle keinesfalls selbstverständlich. Ich habe Jahre verbracht, ihm das zu vermitteln. Wenn er keinen Kontakt möchte, ist das in Ordnung. Allerdings kann man das zivilisiert ausdrücken, anstatt blindlings draufzuhauen. Dazu ist Sprache da.

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