Das Stop Konzept

„Freiheit bedeutet sich selbst entscheiden zu können“. Klingt doch logisch oder? Meine Ansicht von Freiheit in der Hundeerziehung war bisher leider eine andere. Emma ohne Leine laufen zu lassen, dass war mein Inbegriff von Freiheit. Dass ich ihr ihre Freiheit durch ständiges Aufforderung und Unterbinden einschränke, kam mir dabei allerdings nicht in den Sinn. Wir waren eigentlich der Meinung, dass wir was das Thema Hundeerziehung betrifft auf dem richtigen Weg sind. Wir wollten von Anfang an alles richtigmachen und haben uns daher kurz nachdem wir Emma adoptiert haben einen Hundetrainer gesucht. Wir haben viele Fortschritte gemacht und waren zu Beginn sehr zufrieden was Emma und wir zusammen geleistet haben. Doch irgendwann kam der Punk wo wir gefühlt keine Fortschritte gemacht haben. Emma ist trotzdem noch total gestresst, wenn wir an der Leine einem anderen Hund begegnen. Sie hat war einen Futterbeutel im Mund und bellt nicht mehr. Trotzdem merke ich, dass Sie angespannt ist.

Letztes Wochenende waren wir dann zu Besuch bei der etwas anderen Hundeschule von Ulv Philipper. In der ersten Stunde haben wir Ihm von unseren Problemen berichtet und ihm erläutert, wie wir mit diesen bisher umgehen. Durch gezielte Fragen zu unseren Erzählungen, brachte er uns dazu unsere eigenen Sichtweisen zu hinterfragen. Plötzlich machte alles gar keinen Sinn mehr. Durch einen Perspektivwechsel von uns und Emma erkannten wir, dass Emma eigentlich genau so handelt, wie wir es auch tun würden, wenn wir ständig begrenzt und kontrolliert werden würden. Nach einer kurzen Pause in der wir das neu gewonnene Wissen erstmal Sacken lassen mussten, kamen wir nun dazu wie es weitergehen wird. Wir haben unsere erste Vorlage bekommen. Mit dieser Vorlage trainieren wir nun seit 6 Tagen und sind sehr zufrieden. Nach der Doppelstunde läuft es so ab, dass wir noch weitere 7 Einzelstunden (à 80€) in einem Rhythmus von 14 Tage per Skype (weil wir 3 Stunden entfernt wohnen) haben in der wir eine neue Vorlage gezeigt bekommen.

Bevor ich selbst bei Ulv Philipper war, hatte ich Probleme damit zu verstehen wie so ein Training nach dem Stop Konzept denn eigentlich aussehen soll. Alles was auf seiner Website steht klingt logisch und nachvollziehbar…aber wie setzte ich das denn dann konkret um? Jetzt wo ich selbst da war, kann ich verstehen warum es denjenigen die ich nach dem Stop Konzept gefragt habe, so schwer gefallen ist mir das näher zu erklären. Ich kann euch nur empfehlen, dass wenn ihr Interesse an diesem Konzept habt, euch das Buch von ihm zu kaufen. Hier bekommt man im Vorfeld einen super Einblick. Nach unserer Doppelstunde habe ich das Buch ein zweites Mal durchgearbeitet um das was ich gehört habe nochmals zu festigen. Ich kann nur sagen, dass Stop Konzept ist definitiv anders als die konventionellen Methoden der Hundetrainer. Man lernt den Hund mit anderen Augen zu sehen und dadurch auch seine Bedürfnisse besser zu kennen und zu verstehen.

Da wir selbst erst neu dabei sind, kann ich euch leider noch nicht besonders viel zu den Inhalten näher beschreiben, da ich diese ja erstmal selbst verinnerlichen muss und euch hier keinen Quatsch erzählen will. Ich hoffe, dass ihr trotzdem einen kleinen Einblick gewonnen habt, wie so ein Training bei Ulv Philipper ablaufen kann und dass eure Neugier geweckt wurde mal etwas Neues auszuprobieren.




Hunde Plattform miDoggy


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3 Comments
  1. Florian 1 Jahr ago

    Hallo Cora,

    ich habe mich auch eine zeitlang mit dem Stopp-Konzept auseinandergesetzt. Ich habe mit einer Absolventin gesprochen, die Ihren Betronen wie wohl eine andere Teilnehmerin auch ohne Halsband und Leine laufen lassen will. Der besagte Hund (ebenfalls Bretone) läuft quasi permanent im Fuß. Wenn ich mir ein Video von seinen Hunden so ansehe ( https://www.youtube.com/watch?v=N19twwg9SiU) dann weiß ich, dass ich keinen so aufgedrehten und permanent beschwichigenden Hund haben möchte. Und das bei einer “robusten Rasse” (mal allgemein gesprochen) wie einem Labbi. Sensiblere Hunde wie Viszla oder Windhunde bricht man damit. Auch weiß ich von meiner Bekannten, dass Sprühhalsbänder- mehrfach zum Einsatz kommen. Versteh mich bitte nicht falsch, ich bin selber immer offen für neue Ansichten und teile auch die Ansicht von Herrn Philipper, dass viele Hunde ein Beschäftigungsprogramm jenseits von gut und böse haben. Verlass Dich auf Dein Bauchgefühl, denn Du kennst Deinen Hund am besten.

    Viele Grüße,
    Flo

    • Author
      Emma 1 Jahr ago

      Hallo Flo,

      vielen Dank für den Bericht deiner Erfahrungen. Ich kann verstehen, dass es vielen schwer fällt das Konzept von Ulv Philipper nachzuvollziehen, wenn man nicht selbst mal mit ihm im Gespräch war. Ich kann nur von unseren Erfahrungen berichten, die wir bisher gemacht haben. Bei uns ist es so, dass unsere sonst so aufdrehte Hündin immer entspannter wird und das in Situationen in denen wir im Leben nicht damit gerechnet hätten. Sie wirkt insgesamt entspannter, bellt weniger und zeigt von sich aus Verhaltensweisen die sie früher so nie gezeigt hat…daher können wir bisher wirklich nur positives berichten. Da wir aber auch erst ein paar Wochen dabei sind kann ich über die zukünftigen Vorlagen und dem Einsatz von Sprühhalsbändern leider noch gar nichts sagen. Nachdem wir schon mehrere Hundetrainer hatten und nie wirklich erfolgreich damit waren haben wir zum ersten Mal das Gefühl, dass wir jetzt eine Methode gefunden haben mit der Emma auch endlich zufrieden ist 🙂 Das steht für uns natürlich an erster Stelle.

      Viele Grüße,
      Cora

  2. Jack 3 Monaten ago

    Na hoppale, ich habe damals gar nicht mitbekommen, dass es hier in der Community Stopler gibt!
    Liebe Emma, mittlerweile ist schon einiges an Zeit vergangen und mich, ebenfalls mit dem Konzept vertraut und es aktiv lebend, würde sehr interessieren, wie du mittlerweile zum Thema stehst. Gibt es dazu weitere Beiträge von euch? 🙂

    Ich kann mich noch genau erinnern, wie lange ich gebraucht habe, um dem Konzept Raum zu geben und nicht voreingenommen darüber zu denken. Auf http://www.vollverjackt.com habe ich genau zu diesem Thema auch zwei Beiträge veröffentlicht und mein Denken von Anfang bis jetzt ausführlich geschildert.

    Wenn man die Hintergründe nicht kennt, kann man es schwer nachvollziehen, da sich in der Hundewelt bisher immer nur auf Kommando-Basis mit den Tieren beschäftigt wird. Schade finde ich es auch, dass viele stets nur sehen, was sie sehen wollen und nachplappern, was sie mal wo aufschnappen. So kann ich als gelernte Hundepsychologin sagen, dass Ulvs Hunde keinerlei Beschwichtigungen zeigen, sondern aktiv versuchen zu gefallen und sich einzubringen. Schnauze lecken beispielsweise ist längst kein Indiz für Überforderung und das “permanente bei Fuß laufen” zeigen die Hunde freiwillig, in Situationen in denen sie die Sicherheit und Nähe ihres Halters suchen, weil sie wissen sich auf diesen verlassen zu können. Ist ja nicht so, dass unsere Stop Hunde nur neben uns laufen, aber generell sind sie viel aufmerksamer und können ihre Umwelt trotzdem aktiv wahrnehmen, bleiben dabei jedoch abrufbar und nutzen beispielsweise Wildkontakt nicht mehr als Gelegenheit vor uns abzuhauen.

    Auch ich kann bestätigen, dass mein Hund, der im Übrigen vorher keine Ausbrüche hatte, sondern oft einfach nur aufgeregt war und selbst versucht hat zu erörtern, was in dieser und jener Situation Phase ist, heute sehr viel entspannter ist, ebenfalls aktiv meine Nähe sucht und mich mit wundervollen Verhaltensweisen überrascht, die er vorher nie gezeigt hat. Da wird nicht beschwichtigt oder was auch immer, wir sind einfach nur alle sehr entspannt und er hat die Freiheit, sich für und gegen Dinge zu entscheiden, ohne das wir ihm etwas aufdrängen oder ihn begrenzen oder bevormunden. Unabhängig von Stop macht das schon super viel aus. 🙂

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