“Aber wir waren schon bei so vielen Trainern…”

“Wir waren schon bei so vielen Trainern aber nichts hat geholfen!”
Diesen Satz höre ich zuletzt immer öfter und muss manchmal etwas schmunzeln.
ICH FÜHLE MIT EUCH.
Also erst mal muss ich sagen, dass mir die Leute mit echtem Interesse und Sorgen doch die liebsten sind.
Gleichzeitig erlebe ich auch an mir selbst, dass genau wir unseren Tieren und uns selbst oft Steine in den Weg legen.

Um das ganze mal zu verbildlichen erzähle ich euch meine Erfahrung mit Trainern, Büchern und Ratschlägen von Opis im Park.
Das Maxi eine absolute körperliche und seelische Vollkatastrophe war als sie hier an kam habt ihr sicherlich in meinen Einträgen davor lesen dürfen.. Jedenfalls entschied ich mich damals für eine Hundeschule die “Verhaltenstherapeutisch” mit den Tieren arbeitet.
Jawoll, dass kann ja nur klappen.
Sechs Monate und 500€ später stampfte ich stinkwütend aus der Übungsstunde davon und zeigte meinen pink lackierten Mittelfinger.
Angefangen hat es mit der Welpenstunde.. ich selbst hatte keine Ahnung von Nix und machte den Spaß dort mit!
Zusammen gefasst : Hunde stehen im Kreis/ alles fiept/ Kackhaufen Achtung/ Knistertüten/ Fleischwurst/ Zelt/ ableinen/ Zickenkrieg/ überforderte Hunde/Anleinen / Andocken/Sitz/ Platz/ Komm her…
Das Ende vom Lied? Ich habe meinen Hund während der Stunden mit so vielen Reizen überforderter als richtig GEfordert, dass sie eine Schutzhaltung aufbaute.
Geboren war das kläffen.
Sie hasste aufdringliche Hunde und wollte auch nicht angesprungen werden! Sie mochte keine Leckleries weil sie viel zu nervös und gestresst war..
Ich habe es zuerst nicht erkannt aber rückblickend hätte ich mich gefreut wenn die “Verhaltenstherapeuten” dies zu Kenntnis genommen hätten.
Doch nur 0-8-15.
Nach der Welpenstunde kam der Moment wo ich zweifelte.. Dies habe ich euch bereits im Artikel zur Motivation und Frustration erzählt.
Vom Zweifeln wieder aufgerappelt meldete ich uns also zum Grundkurs an und auch dies ging schrecklich in die Hose!
Die Tage nach dem Trainingsstunden waren eine Qual für uns. Maxi war auf 180 und mit sich und der ganzen Welt überfordert..
Sie Kläffte nur noch, zog plötzlich an der Leine und konnte mich nicht für 1 Sekunde anschauen weil sie so im Stress war ihre Umgebung bloß richtig zu scannen und jede potenzielle Gefähr zu erkenne. Der Schwanz war grüßtenteils eingezogen und sie zuckte manchmal so sehr, dass ich dachte jetzt ist sie hinüber.
Da man von der Umwelt ja stetig Kommetare zur Erziehung bekommt.. ob gewollt oder nicht.. setzte ich mich und Maxi noch mehr unter Druck und wollte beim Grundkurs alles richtig machen!
Wie empfohlen drei verschiedene Leckleries.. ich hatte diverse Fragen an die Trainerin und hoffte auf gute Antworten.
Auch Einzeltraining hatte ich gebucht!
Nach 5 von 10 gebuchten Terminen platze mir der Arsch.
Ich hätte im Strahl kotzen können!
WAS TUE ICH HIER EIGENTLICH ?!
Ausgelöst wurde diese Reaktion durch das 18765 mal wiederholte
” Nun ja, wenn sie ein Verhalten ihres Hundes nicht möchten dann ignorieren sie es einfach. So wird der Hund verknüpfen, dass er erst wieder Aufmerksamkeit bekommt wenn er etwas Gutes tut.. und dies müssen sie dann belohnen.”
“WISSEN SIE WAS?! Diesen Misst höre ich mir nun seit 6 Monaten an und befolge es 1:1… UND ES KLAPPT NICHT UND SIE NERVEN MICH!
MEIN HUND KANN KEINE LECKERLIES ANNEHMEN WENN SIE NERVÖS IST UND DAS SOLLTEN SIE SCHON LANGE GESCHNALLT HABEN UUUUUND AUßERDEM IST MEIN HUND EIN HÄUFCHEN ELEND AUF DIESEM PLATZ UND MITTLERWEILE AUCH SONST ÜBERALL”
Dann brabbelte ich noch etwas von ” Entweder funktioniert der Hund so wie sie es wollen und ihr Lehrbuch es vorgibt oder der Hund ist verrückt oder was?”.. und noch sowas ähnliches wie ” Ihr blödes Training von der Stange können sie mit ihren doofen Züchter Hunden machen! Auf dass ihr euch alle gegenseitig in den Hintern kriecht!”
Dann der besagte Mittelfinger und ein dramatischer Abgang.
Stolz bin ich nicht unbedingt aber es hat mir geholfen!
Das Brüllen und das Schimpfen war genau das, was ich Monate lang tun wollte!
Das war die Wut angesammelt von allen Rückschlägen und Ratgebern die weder mich noch mein Tier kennen!
Für alle verallgemeinernden Menschen und alten Opis im Park die mit mir schimpfen weil mein Hund eine Schleppleine trägt!
IHR KÖNNT MICH MAL.
Verdammt hat das gut getan!
Ich schwankte also mit nem Puls von 180 zum Auto und setze mich davor.
Maxi direkt neben mir und sichtlich irritiert.
Zigarette an und erst mal ein bisschen theatralisch geflennt.
Ich hab Maxi angeguckt und da saß sie nun wie ein Häufchen Elend.. absolut überfordert von all den kack Ratschlägen der Trainer.. und von mir.. weil ich so kacke war und nicht gemerkt habe was ich ihr antue!
” Ab jetzt in deinem Tempo! Und dann schaffen wir es.”

Ich schmiss also 7 Bücher weg und verlor 200€ Hundeschule ungenutzt.
Das tat ebenfalls verdammt gut.

Den Misst hinter mir lassen und endlich mein Tier anhören!
Was ich euch damit sagen möchte?
Hört auf niemanden außer euer Tier!
Lernt es zu lesen und einzuschätzen.. kuschelt es und spielt zusammen..stärkt eure Bindung!
Und vor allem.. macht euch locker!
An alle enttäuschten und verzweifelte Hundemamas und Papas… IHR HABT ALLE ZEIT DER WELT.
Gönnt sie euch und eurem Tier!
Die Ruhe braucht ihr um effektiv arbeiten zu können.
Natürlich dürft ihr nicht aufhören zu arbeiten.. aber bitte mit den Ressourcen die euch euer Tier bietet!

In meinem Nächsten Beitrag werde ich dann gezielt auf die Problematiken eingehen, die Maxi hatte
und wie ich es ALLEINE geschafft habe sie in die richtigen Bahnen zu lenken.

Bis dahin alles Gute und viel Ruhe für euch.

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2 Comments
  1. Lina & Rex 4 Jahren ago

    Hi,
    tut mir leid, dass eure Erfahrungen mit der Hundeschule so schlecht waren. Leider sind nicht alle Hundeschulen gut. Ich habe gleich mit meiner ersten Hundeschule einen richtigen Glücksgriff gemacht und kann nur allen, die in Hundeschulen Negatives erlebt haben, dazu raten, nicht vorschnell aufzugeben, denn es gibt sie auch, die tollen Hundeschulen mit engagierten Trainern, die auf die Bedürfnisse des individuellen Hundes Rücksicht nehmen!
    Und da finde ich die Botschaft, auf seinen Hund zu hören, ganz wichtig. Denn wenn ein Hund den Platz der HuSchu am liebsten gar nicht betreten möchte, läuft doch etwas grundfalsch. Das Training soll für Mensch und Hund mit Freude verbunden sein.
    Lg von Lina & Rex

    • Author
      Maxi & Mayla 4 Jahren ago

      Huhu!

      ja, ich denke die wird es geben!
      Ich muss ehrlich gestehen, dass ich damals die Nase so voll hatte.. das mein Interesse diese zu finden gering waren.. dennoch habe ich ingesamt drei Hundeschulen probiert und bin leider vom Glauben abgefallen.
      Nicht einer der Trainer hat sich intensiv erkundigt, aus welchen Verhältnissen mein Tier kommt, wie sie in welchen Sitationen ist oder wie ihr Wesen ist.. mir wurden direkt dinge angepriesen die super funktionieren würden ohne zu wissen wie mein Hund tickt.
      ABER großes ACHTUNG
      Ich bin mit meinen zwei Kröten in einem Hunde Sport Verein.. die geben eigentlich keine Erziehungstipps sondern stellen den Trainingsplatz und erklären dir worauf man achten muss.. habe mich aber letztens trotzdem aufgerafft und wollte eine Beratung einer Trainerin.. sie waren super!
      Sie hat maxi wohl gut beobachtet und konnte mir viele Reaktion von ihr schon vorab benennen.. was sonst nur ich schaffe!
      Das war eine wunderbare Erfahrung 🙂

 

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