Urlaub mit Hund Teil 1 – Dänemark

Urlaub mit Hund Teil 1 – Dänemark


Die Urlaubssaison beginnt und auch uns hat das Reisefieber, wie in jedem Jahr erwischt. Natürlich sollte Oscar mit von der Partie sein. Für uns gehört er einfach dazu und ich habe mich riesig darauf gefreut, völlig unbeschwert die Zeit mit meinem Matschfloh verbringen zu können ohne in das enge Korsett aus Arbeit, Haushalt etc. eingeschnürt zu sein.

Unser Ziel – die Westküste Dänemarks, genauer gesagt Vejers Strand.
Ich kenne diesen Ort seit 15 Jahren und war immer begeistert von der Weite und der Ruhe die einfach ideal ist um dort mit der Fellnase zu relaxen.

Step 1: Finde ein schönes Ferienhaus, in dem auch der Hund erlaubt ist.

Klingt einfach, ist es aber nicht unbedingt. Ich finde, dass Häuser in denen der Hund mit urlauben darf, oft auch irgendwie dementsprechend aussehen. Da man es im Urlaub aber ja schön haben will, haben wir fleißig bei unserem Vermieter gesucht und tatsächlich ein traumhaftes Haus entdeckt. Die erste Hürde war also gemeistert.

Step 2: Was muss ich alles beachten?

Schließlich haben wir im Ort selber zwar schon gefühlt 100 Mal Urlaub gemacht, aber eben immer ohne Hund. Was muss ich alles mitnehmen? Wo muss der Hund zwingend angeleint werden? Wo darf er frei laufen? Könnte er Probleme mit Salzwasser haben? Fragen über Fragen. Meine plötzliche Unsicherheit hat mich selber überrascht. Zum Glück bin ich auf viele nützliche Foren gestoßen, die mir viele Fragen beantwortet haben. Alle rechtlichen Infos habe ich von www.visitdenmark.de genommen. Die Vorfreude war riesengroß J

Step 3: Die obligatorische Packliste

Ja ich muss zugeben, ich bin ein Listenfreak. Alles was ich mir merken muss findet Platz in irgendeiner Art von Liste. Damit ich im Urlaubskoffer auch ja alles dabei habe, wird also eine Packliste geschrieben. Diese habe ich dann logischerweise um den Punkt “Oscar” „erweitert“. Und siehe da, so ein kleiner Wuff braucht ganz schön viel, wenn man mit ihm weg fährt. Meine ganz persönliche Hundepackliste findet ihr als Datei. Urlaubspackliste Hund

Step 4: Gepäck-Tetris

Der nächste Punkt über den man sich als Nicht-Hundebesitzer erstmal keine Gedanken macht.
Auch wir waren überrascht, wie eingeschränkt das Platzangebot in einem Audi A4 sein kann, wenn so ein Labbi mit in den Urlaub fährt. Damit er es die Fahrt über auch gemütlich hat, war der Kofferraum komplett für den mittlerweile gar nicht mehr so kleinen Mann reserviert. Also musste das Gepäck wohl oder übel auf die Rückbank. Nach ein bisschen Zirkeln passt auch das aber alles. Das Wichtigste: Utensilien, die wir für Oscar brauchen hatten wir so verstaut, dass wir die ganze Fahrt über ohne Probleme dran kommen.
Oscar hat sehr genau mitbekommen, dass irgendwas im Busch sein muss. Es wurde ganz viel Spielzeug eingepackt, Futter umgefüllt und alles doppelt und dreifach kontrolliert. Er wurde tatsächlich ein kleines bisschen unruhig und wusste nicht so ganz genau, ob er das was da gerade passiert, gut finden soll.

Step 5: Die Fahrt

Von uns aus bis zum Urlaubsort sind es knapp 780km. Damit wir so wenig Stau wie es nur geht haben, ging unsere Fahrt also morgens um 04:00 Uhr los. Unsere erste Pause haben wir nach 2 Stunden eingelegt. Zwar war unser kleiner Zwerg, wie immer wenn wir Auto fahren, vollkommen ruhig, ich wollte ihm aber dennoch etwas Wasser anbieten. Das wurde auch brav angenommen und dann wurde weiter geschlafen. Nach weiteren 2,5 Stunden stand dann für uns alle Frühstück und vor allem „Beine vertreten auf dem Programm.

An den Raststätten habe ich Oscar immer ein ausbruchssicheres Geschirr angelegt. Auch wenn er eigentlich super ruhig ist, wollte ich unbedingt vermeiden, dass er sich vor irgendwas erschreckt und dann in Panik gerät. So haben wir auf der Fahrt Rastplatz für Rastplatz erkundet, ein bisschen geschnuppert, alles erledigt, was es so zu erledigen gibt und sind unserem Urlaubsziel Stück für Stück näher gekommen. Für all diejenigen, die zum ersten Mal mit Hund in den Urlaub fahren: Oscar hat uns an jeder Raststätte wenn der Kofferraum aufging angeguckt, als wäre er im falschen Film. Frei nach dem Motto: Wo bin ich denn JETZT???

Step 6 – Jetzt aber URLAUB

Nach guten 9 Stunden (inkl. Pausen) hatten wir unser Urlaubsziel dann erreicht J Erstmal raus aus dem Auto, Schlüssel für das Ferienhaus abholen und Powerrelaxen.

Am Haus angekommen durfte Oscar erstmal alles erkunden. Er war im Haus verständlicherweise erstmal völlig aufgedreht, musste schnuppern, sich alles ganz genau ansehen und verstehen, was denn da grade los ist. Nachdem sein Körbchen dann im Wohnzimmer stand, wurde er merklich ruhiger. Ihm war das alles aber trotzdem mal so gar nicht geheuer. Egal wo ich hin ging, zack, stand der kleine Mann neben mir, so als hätte er Angst, dass ich ihn in diesem völlig fremden Haus zurück lasse.
Ich fing langsam an meine Idee „Urlaub mit Hund“ ernsthaft in Frage zu stellen. Ich hatte das Gefühl Oscar einfach nur zu stressen mit der neuen Umgebung. War ich egoistisch, dass ich UNBEDINGT weg fahren wollte. Für Oscar hätten es wahrscheinlich lange Spaziergänge bei uns am See und mehr Zeit mit Frauchen auch irgendwie getan.

Es vergingen tatsächlich 2 ganze Tage, bis Oscar verstanden hatte, dass eigentlich alles so ist wie immer, nur eben woanders. Er wurde ruhiger, sicherer und fing auch an sich zu entspannen, wenn wir nicht direkt neben ihm saßen.

All meine Zweifel lösten sich so langsam in Luft auf. Gott war ich roh, ansonsten hätte auch ich meinen, falsch – unseren – Urlaub wahrscheinlich nicht wirklich genießen können.

Die Sorgen die ich mir machte, verflogen zum Glück bei unserem 1. Schritt in die Dünenlandschaft von Vejers Strand. Oscar wusste überhaupt nicht wohin mit sich vor lauter Freude. Ich habe Tränen gelacht, als Oscar nicht wirklich verstand wie es denn sein kann, dass er diese Düne doch hoch rennt, aber nicht wirklich vom Fleck kommt. Das Phänomen von so tiefem, feinen Sand der einfach so unter seinen Pfoten nachgibt kannte er ja bisher auch noch nicht. Es war wirklich ein Bild für die Götter. Zum Glück habe ich davon ein kleines Video gemacht.

Die Strände sind in Dänemark ein Traum für jeden Hund. So viel Platz um einfach nur nach Lust und Laune zu spielen findet man wahrscheinlich so schnell nirgendwo.
Wellen kannte Oscar als echter Niederrheiner natürlich auch nicht. Und sie waren ihm tatsächlich auch nicht ganz geheuer. Es dauerte ein paar Versuche bis unser eigentlich so wasserverrückte Hund verstanden hatte, dass das Wasser zwar auf ihn zukommt, das aber absolut nicht dramatisch ist und man trotzdem drin spielen kann.

Offiziell gilt über die Sommermonate am Strand Leinenpflicht. Wir haben uns, genau wie alle anderen, nur halbherzig daran gehalten. Bei 4 Leuten auf 1km Küstenabschnitt, und alle mit Hund, war dann schnell klar, dass das Schleppleinengewusel ein Ende haben sollte und sich alle Hunde mal entspannt austoben sollten. Für alle, ob Hund oder Herrchen einfach nur ein Traum.

Salzwasser hat Oscar übrigens nicht getrunken, auch Durchfall hatte er während des Urlaubs nicht. Davor hatten uns viele Freunde gewarnt. Da unser Matschfloh (jaaa er sah tatsächlich den gesamten Urlaub aus wie ein paniertes Schnitzel) aber einen seeeeeeehr guten Geschmack hat, hat er das Salzwasser zumindest zum Trinken verschmäht.

Sicherheitshalber haben wir Oscar nach jedem Strandtag mit klarem Wasser abgebraust. Eine Salzkruste auf der Haut findet ja niemand so richtig toll und das Ferienhaus hat es uns sicherlich auch gedankt.

Mein Beitrag ist viel länger geworden, als ich eigentlich geplant hatte. Ich kann euch aber allen nur empfehlen, schnappt euch euren Vierbeiner und ab mit ihm ans Meer nach Dänemark. Es gibt, zumindest für uns, nichts um besser runter zu kommen und zu entschleunigen als ein Urlaub dort. Und auch Oscar, hat es nach ein paar Tagen der Eingewöhnung sichtlich genossen.

Folgende Orte kann ich euch nur wärmstens ans Herz legen:

Vejers Strand – ideal mit Hund. Hier ist alles was man braucht und eben auch nur das. Sonst nichts!
Blavand – super zum einkaufen und bummeln. Der Strand selbst ist etwas belebter als in Vejers
Henne Strand – auch ein sehr sehr schöner Ort. Allerdings ist dort viel Publikumsverkehr.

Zuhause ist es doch am Schönsten

Das Beste kommt natürlich zum Schluss: So schön unser Urlaub auch war – Zu Hause ist es doch am schönsten.
Als wir abends um 11 nach wiederrum 9 Stunden Fahrt zu Hause ankamen und den Kofferraum öffneten, guckte uns ein verschlafener Hund an, der aber blitzschnell gemerkt hatte, dass er endlich wieder zu Hause ist. Da hieß es nur noch, raus aus dem Kofferraum und erstmal, mit wedelndem Schwanz, eine Runde durch „seine Hood“ drehen und dann völlig glücklich seine Katzenkumpels begrüßen und endlich wieder in seinem Bettchen schlafen.

Ich hoffe mein Beitrag hat euch gefallen. Ich freue mich über viele Kommentare und Anregungen.
Wie war bei euch der erste Urlaub mit Hund. Und kommt euer Hund überhaupt mit? Habt ihr Tipps für mich für unseren nächsten Hundeurlaub?

Ganz liebe Grüße
Astrid + Oscar

 




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2 Comments
  1. Kathy 3 Monaten ago

    Hui, das klingt ja auch schön!
    Ich möchte auch mal nach Dänemark, vor allem jetzt wo die Gesetzte wieder etwas lockerer sind. Eventuell lässt sich das dann irgendwie auf der Reise nach Skandinavien unterbringen, die aber leider noch etwas entfernt ist – man bekommt ja nicht einfach sechs Wochen Urlaub am Stück.

    Wir sind mehr die Wanderurlauber, daher kann ich dir nur in die Richtung Tipps für Domizile geben. Slowenien ist ein wunderschönes Land mit vielen Wäldern, Schluchten und Abenteuern. Auch ist es dort sehr hundefreundlich – wir hatten null Probleme. Selbst die Hauptstadt ist so entspannt, dass der Hund sie mit erleben kann, wenn man das möchte.

    Toller Reisebericht! Hoffentlich folgen da noch mehr. 🙂

  2. Author
    Oscar 2 Monaten ago

    Hallo Kathy,
    vielen lieben Dank für dein positives Feedback.
    Die dänischen Gesetze was Hunde angeht sind schon streng, allerdings muss man auch sagen, dass natürlich alles irgendwie Auslegungssache ist.
    Lt. Gesetz darf ein Hund z. B. nur frei laufen, wenn der Besitzer ihn vollkommen unter Kontrolle hat. Das würde bedeuten, dass ich Oscar nicht laufen lassen dürfte, da er nicht nach 2 Sek. nachdem ich gepfiffen habe neben mir steht. Er kommt zwar IMMER, aber manchmal eben mit einem kleinen Abstecher nach links oder rechts 😉

    Wir wollen irgendwann einmal nach Schweden. Ich berichte gerne. 🙂 Auch zum Wandern ist DK ideal. Allerdings natürlich ohne Berge. Aber mehr Platz und traumhafte Wege entlang der Heidelandschaft findet man kaum.
    An Slowenien hätte ich jetzt nie gedacht, aber ich schaue mir das mal an.

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