Hundehalter? Schon halb verurteilt?

 Ich habe mir in der letzen Zeit viele Gedanken um das Thema “Hunde in der Gesellschaft” gemacht.

Immer wieder bin ich erstaunt welchen Stellenwert Hundehalter und Hunde in der Gesellschaft und auf öffentlicher Straße haben.
So haben wir es schon erlebt, dass Blindenführhund Set (ein großer Labradoodle) Samstag Vormittags beim Training im vollen Einkaufszentrum einfach von hinten, von einem Kind umarmt wurde. “Ist doch ein Servicehund, der muss ja lieb sein.”
In der Stadt sind schon Fahrräder halb über Einsteins Rute gefahren, weil er irgendwo auf einem Gehweg (!!) saß. Und ja, genug Platz war vorhanden.
Kinder rennen einfach “bellend” auf Murphy und Einstein zu. Meist wird man nur angelächelt, weil die beiden nur gucken und alles über sich ergehen lassen. Wehe aber, ein Hund zuckt in dem Moment mal falsch. Dann wird das Kind panisch bei Seite gezogen, weil man Angst hat, er könnte beißen. Den vorwurfsvollen Blick muss ich nicht erklären.
Ich verstehe, dass es viele Vorfälle in den letzten Jahren gegeben hat. Ich verstehe auch wenn die Gesellschaft von Pinkelflecken an Hauseingängen oder unachtsamen Hundehaltern genervt ist. Ich verstehe allerdings nicht, warum man alle über einen Kamm schert.
Ich gebe mir tagtäglich Mühe, meine Hunde und die unserer Hundeschule als gesellschaftsfähige Weggefährten zu trainieren, aber irgendwo gibt es auch einfach Grenzen. Es sind nach wie vor Lebewesen mit ganz individuellen Charakteren. Gerade Einstein ist ein sehr visueller Hund. Ein Kind das unsicher laufend und “bellend” auf ihn zu läuft und ihn auch noch anfassen möchte fand er früher sehr unheimlich. Nicht auszudenken, wenn da etwas passiert wäre. Denn wer wäre schuld gewesen? Richtig. Ich mit meinem Hund, weil ich meinen Hund nicht zu einem “Gesellschaftsfähigen Hund” erzogen habe.
Große Frage des Tages aber ist, was heißt denn gesellschaftsfähig? Das mein Hund ALLES, aber auch ALLES aushalten muss, was da draußen so passiert, damit wir nicht die zickigen und bösen Hundehalter sind?
Ich glaube, dass ist nicht der richtige Weg.

Ich möchte noch erwähnen, dass ich Kinder wirklich mag. Ich habe auch tolle Erfahrungen mit Familien gemacht die wirklich nett vorher gefragt haben ob sie Murphy und Einstein mal streicheln dürfen. Selbstverständlich dürfen sie, aber alles in Ruhe und unter Kontrolle. Es dient doch lediglich der Sicherheit der Kinder vor freudigen Hunden die manchmal einfach auch stürmisch sein können.




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1 Comment
  1. Julia 2 Wochen ago

    Hallo! Mir kommt auch oft vor, dass für viele Menschen gesellschaftsfähig bedeutet, dass der Hund möglichst passiv alles ertragen muss. Wir hatten einen Zwischenfall in einem Einkaufszentrum als meiner noch ein Welpe war. Ein kleines Kind hat sich von hinten auf ihn gestürzt und ihn umarmt. Odin hat so gequietscht vor Überraschung das sich das halbe Einkaufszentrum umgedreht hat. Die Mutter stand lächelnd daneben und hat nur zugesehen. Also erstmal den Welpen vor dem Kind retten und dann hab ich die Mutter gefragt, was sie davon halten würde, wenn ich meinen Hund ihr Kind umrennen und abschlecken lassen würde. Die Antwort darauf war das Kind wollte ihn ja nur mal anfassen…
    Nach dem Zwischenfall hab ich von einer Freundin die dabei war ein T-Shirt mit der Aufschrift “Nehmen sie ihr Kind an die Leine, mein Hund hat Angst” bekommen. Das trag ich noch immer gerne wenn wir in der Stadt unterwegs sind.
    Liebe Grüße,
    Julia und Odin

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