Bellender Hund=Böser Hund?

Heute haben wir ein Video von unseren Mädels aufgenommen, auf dem sie unter anderem ausgelassen und voller Freude miteinander spielen. Als ich es mir Zuhause angeschaut habe, ist mir mal wieder aufgefallen wie laut sie dabei sind. Vor allem Luna bellt ganz viel und laut. Da habe ich mir mal wieder ein paar Gedanken dazu gemacht und möchte sie mit Euch teilen.

 

Leider bleibt die Annahme, dass ein bellender Hund aggressiv und böse ist, in vielen Köpfen (auch von Hundebesitzern) fest verankert. Es wird direkt mit dem Drohverhalten in Verbindung gebracht und beim eigenen Hund direkt unterbunden und fremde Hunde werden direkt gemieden. Bellen kann natürlich auch als Drohung gemeint sein (warum auch immer), das kenn ich von meinem unsicheren Liesel-Wiesel auch ganz gut, aber es muss nicht immer „böse“ gemeint sein.

 

Nehmen wir das süße kleine Lunchen. Sie quatscht wirklich sehr viel. Beim Spielen übernimmt sie meistens die Rolle des Jägers und rennt unglaublich gerne anderen hinterher. Dabei meidet sie den Körperkontakt, geht auf die Signale der anderen super ein, ist nicht frech und aus dem Spiel super abrufbar. ABER!! Sie bellt. Viel und laut. Und sie hat schon ein recht eindrucksvolles Bellen für ihre Größe. Warum sie das macht? Ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Ich glaube es macht ihr einfach Spaß. Sie bellt zum Beispiel auch dem Ball hinterher, wenn wir das Apportieren üben. Und ja, sie darf es. Meine Hunde dürfen Draußen und sogar bis zu einem gewissen Punkt auch Zuhause „reden“. Denn es ist nicht nur das Bellen, worauf ich dabei achte. Es ist vor allem die Körpersprache, die mir verrät, dass sie einfach nur spielen.

 

Nun kommen aber die anderen Hundehalter dazu. Meine Mädels spielen und bellen dabei. Als erstes bekomme ich geschockte Blicke. Der eigene Hund wird abgerufen. Die aggressiv bellenden Hunde könnten ihm ja was tun. Aber dann kommt es! Luna, der gefährliche 15 Kilo leichte Schäferhundmix, macht sich klein und begrüßt freundlich den fremden Hund ( was das Liesel-Wiesel macht, lassen wir erst mal außen vor 😀 ). Der Hund, der zuvor doch so gebellt hat. Überraschung! Bellen bedeutet nicht immer, dass ein Hund böse ist. Auch in anderen Situationen nicht. Beobachtet eure und andere Hunde. Es ist echt nicht so schwer vor allem beim eigenen Hund zu erkennen, ob ein Bellen böse gemeint ist und ab wann es unterbunden werden sollte. Lasst sie auch mit Geräuschen Situationen untereinander klären. Nur weil es in einer Gruppe leise zugeht, heißt es nicht, dass diese Gruppe auch harmonisch ist. Bellen, Knurren und die vielen unterschiedlichen Geräusche gehören nun mal zu der Kommunikationsweise unserer Lieblinge. Natürlich muss man als Halter jede Situation für sich einschätzen und alles mögliche im Blick haben. Aber Bellen ist nicht grundsätzlich immer böse und vor allem auch wichtig.

 

Wie ich es bei euch? Wann bellen eure Nasen? Und vor allem, dürfen sie es? Wie geht ihr mit bellenden fremden Hunden um? Wird es da grundsätzlich oder situationsabhängig abgerufen? Ich bin schon gespannt 😉

Eure Adrianna




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2 Comments
  1. Kathy 3 Wochen ago

    Huhu,

    kenne ich zu gut. Wenn Kathy mit ihrer Jack Russell Freundin spielt müsste man meinen, dass sie sich gleich zerfleischen. Da werden Zähne gefletscht, geknurrt, gegrummelt, aber an sich sieht es einfach schlimmer aus als es ist. Natürlich beobachten wir und bremsen mal aus – weil beide auch gerne einfach zu hoch drehen und sich vergessen, aber meist ist es einfach wie es ist.

    Ansonsten kommt es auf die Situation an. Wir haben im Wald einen “Jagdhund” (keine Ahnung ob es einer ist, Frauchen sagt das so, darum ist er immer angeleint), der permanent bellt, sobald jemand fremdes kommt. Zum einen möchte ich keinen Kontakt an der Leine, weshalb ich mich sowieso aus dem Staub mache, zum anderen finde ich permanentes Kläffen (anders kann ich es in dem Fall nicht nennen) einfach nicht ab. Dafür ist mein Geduldsfaden nicht stark genug. Und warum auch?

    Kathy bäfft mich auch mal an, wenn ich beispielsweise zu überdreht bin. Nach dem Motto: “Äh, hallo? Könntest du mal runterfahren und mir sagen was du eigentlich von mir willst?” Das finde ich auch okay. Ehrlich gesagt muss ich da auch schmunzeln. Auch beim Heim kommen wird ein Aufstand gemacht. Wenn es klingelt wird einfach so lange gebellt, bis ich mich bemerkbar mache, dass ich es gehört habe. Praktisch, wenn man die Klingel mal nicht hört.

    Prinzipiell würde ich es wirklich situationsabhängig entscheiden und außerdem auch wie gebellt wird. Es gibt ja auch durchaus ein freudiges Bellen. 🙂
    Auch ein knurren finde ich mal nicht verkehrt. Denn wenn manch ein Hund die Körpersprache des anderen nicht versteht – oder auch der Mensch – dann muss er sich eben anders helfen. Das ist immer noch besser, als wenn er gleich zuschnappen würde.
    Ich lasse mich gern korrigieren. Das sind einfach meine aktuellen Eindrücke zusammengefasst. 😀

    Persönliches Fazit: Bellender Hund nicht gleich böse.

    Tolles Bild übrigens! <3
    Liebe Grüße,
    Yvo & Kathy

    • Author
      Adriannas Pfotengrafie 3 Wochen ago

      Hallo,
      erstmal vielen Dank für Deine so ausführliche Antwort! Finde ich echt super!

      Andere Hunde ankläffen gibt es bi mir auch nicht, meine steigen da schon mal mit ein, wenn wir angekläfft werden und das wird sofort mit einem kurzen aber bestimmten “lass es” unterbunden. Klappt auch super. Und genau das meinte ich, jeder muss für sich und für den eigenen Hund entscheiden, wann es ok ist und wann nicht.

      Und es tut gut zu hören, dass auch andere Hunde beim Spielen bellen oder viel mehr es auch dürfen. Mir fällt sonst eine einzige Person ein, die es neben mir bei uns in der Umgebung erlaubt. Alle anderen werden sofort aus dem Spiel geholt, wenn sie nur einen Mucks machen. Sowas finde ich echt schade und auch unfair und ich werden wie schon gesagt doof angeguckt, weil ich meine nicht abrufe.

      Wir schicken ganz viele Grüße zurück und danke für den Austausch 🙂
      Adrianna, Luna und das Liesel-Wiesel

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